Der Brückenbauer

Johannes Adam

Von Johannes Adam

Sa, 30. April 2011

Panorama

Eine globale Gestalt unserer Zeit und ein konservativer Beweger: Zur Seligsprechung von Papst Johannes Paul II.

Vielleicht waren es ja die Gesten. Womöglich waren es noch mehr die Bilder. Motive, die um die Welt gingen. Dieser oberste katholische Kirchenrepräsentant des ausgehenden 20. Jahrhunderts, der sich demütig stets buchstäblich erniedrigte, um den Boden des Landes zu küssen, das er auf seinen Reisen betrat. Der Mann, der seinen Attentäter im Gefängnis aufsuchte und ihm vergab. Und nicht zuletzt jener Mensch, der in der finalen Phase seines Lebens zum öffentlichen Kranken wurde, zu einer bemitleidenswerten Gestalt, zum Schmerzensmann, der eine sehr schwere, ja schier unerträgliche Last zu tragen hatte. All das vereinigt sich in dem, was von diesem Zeitgenossen im kollektiven Gedächtnis geblieben ist. Von Johannes Paul II., dem Papst aus Polen, dessen Amtszeit die halbe Ewigkeit von 26 Jahren und 168 Tagen währte. Von jenem Exponenten der Kirche, der an diesem 1. Mai in Rom seliggesprochen wird.

Seligsprechung, selig – das sind Vokabeln, die in unserer heutigen Lebenswirklichkeit kaum noch vorkommen. Oder doch? Zumindest in der Umgangssprache. Der eine fühlt sich im Urlaub selig, beim anderen ist dies mit den Wonnen der Verliebtheit identisch. Und bei wieder anderen macht sich ein solcher Zustand nach dem Genuss des dritten (Wein-)Vierteles bemerkbar – oder auch, wenn der SC Freiburg gewonnen hat. Der Alltag sieht anders aus. Das Wort selig impliziert Konnotationen wie gut, glücklich, gesegnet, heilsam. Das etwas angestaubte, stark durchs Christentum gefärbte Adjektiv ist Bestandteil von glückselig und leutselig, aber auch ...

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