Justiz-Irrtum in Bayern

Der Mann, der zu Unrecht in der Psychiatrie saß – für siebeneinhalb Jahre

Patrick Guyton

Von Patrick Guyton

Mo, 06. August 2018 um 11:30 Uhr

Panorama

BZ-Plus Weil er seine Frau verprügelt und Wahnvorstellungen gehabt haben soll, wurde Gustl Mollath 2006 in die forensische Psychiatrie gesperrt. Heute vor fünf Jahren kam er frei – und will endlich Gerechtigkeit.

Es war der 6. August vor fünf Jahren, ein heißer Sommertag. Da wurde das vor sich hindösende Bayern von der Nachricht überrascht, Gustl Mollath, damals Deutschlands berühmtester Psychiatriepatient, sei freigelassen worden. Die Überraschung war um so größer, als zuvor monatelang alle Anträge auf Entlassung abgeblockt worden waren. Es schien, als wolle sich die Justiz keine Blöße geben, seit der Mann im April 2006 wegen angeblicher Wahnvorstellungen und Gemeingefährlichkeit in die Gefängnispsychiatrie weggesperrt worden war. Da war er 49 Jahre alt. Zuerst kam er ins Bezirkskrankenhaus Straubing, dann nach Bayreuth. Siebeneinhalb Jahre insgesamt.

In Bayreuth, am frühen Abend des 6. August 2013, wurde Mollath einfach rausgelassen aus der geschlossenen Psychiatrie. Das hatte das Oberlandesgericht Nürnberg ein paar Stunden zuvor entschieden. Es gab eine Anordnung der damaligen bayerischen Justizministerin Beate Merk (CSU), dass die Staatsanwaltschaft ein Wiederaufnahmeverfahren beantragen muss.

"Ich kann mich noch nicht einmal ausweisen." Gustl Mollath nach siebeneinhalb Jahren in der Psychiatrie Mollath kam durch den Park des Klinikgebäudes am ...

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