Hilfe

Tafelläden haben es schwer - Kritiker fordern Abschaffung

Antje Hildebrandt

Von Antje Hildebrandt

Do, 25. April 2013 um 07:20 Uhr

Panorama

Weniger Lebensmittel, lange Schlangen, genervte Helfer: Die Tafeln haben es alles andere als leicht. 50.000 ehrenamtliche Helfer verteilen jedes Jahr elf Millionen Tonnen Lebensmittel: Kritiker fordern die Abschaffung.

Nennen wir ihn Herrn H. Herr H. hat die Nummer 109 gezogen, das bedeutet, er ist beinahe als Letzter dran. Er muss warten, eine Stunde, vielleicht auch zwei. Herr H. kennt das schon. Er nimmt den Fahrradhelm ab und lässt sich auf eine Bank sinken. Er sagt: "Ditt is quasi eine Tombola." Das ist die Welt, wie sie Herr H. sieht. Die Lebensmittelausgabe im Freizeitheim der evangelischen Kirche in Berlin-Lichtenrade, ein grauer Kasten im Schatten einer Hochhaussiedlung. Es ist Donnerstag, Tafeltag. Die Kirche ruft Rentner und Hartz-IV-Empfänger zu Tisch. Es gibt Obst, Gemüse und Brot, drei Sorten, Dinkel, Vollkorn oder Märkisches Land. Alles Spenden von örtlichen Supermärkten und Discountern.

Frauen in signalroten T-Shirts haben die Nahrungsmittel auf Tischen ausgebreitet. Es sind ehrenamtliche Helferinnen, sie tragen Handschuhe aus Latex und lächeln. Tipps, wie man die Reste vom Büfett am besten verwertet, gibt es auch. "Die paar Pfifferlinge schnippeln Sie am besten in den Salat." Herr H. genießt die persönliche Beratung. Er ist siebzig Jahre alt, ein Hansdampf in Bermudas und Trainingsjacke. Er sieht aus wie ein ...

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