Touristen-Jogging

Wie man Hamburg im Schnelldurchlauf kennen lernt

Christian Engel

Von Christian Engel

Sa, 18. November 2017 um 00:00 Uhr

Panorama

Kann man eine Stadt beim Joggen kennenzulernen? Zumindest bleibt mehr hängen, als bei einer Rundfahrt mit dem Touri-Bus, meint Christian Engel. Denn das Gehirn ist im Dauereinsatz.

Nach Süddeutschland kommen wir in Hamburg bei Kilometer 3,2. Unser Guide in kurzer, eng anliegender Jogginghose und neongelber Läuferjacke deutet mit seiner linken Hand auf einen Weinberg. Der einzige Weinberg Hamburgs, sagt Gösta Dreise. 52 Rebstöcke.

Michael, ein Schwabe, der fünf Tage lang in der Hansestadt zu Besuch ist und gemeinsam mit dem Autor dieses Textes an der Sightseeing-Jogging-Tour teilnimmt, tritt näher an das rostbraune Geländer der Aussichtsplattform, kneift die Augen zusammen und blickt zu der Mini-Parzelle, die oberhalb der U-Bahn Station Landungsbrücken in 300 Meter Entfernung liegt. Fast wie in Stuttgart, sagt er und lacht. Auch im südbadischen Reporterherz bewegt sich etwas. Heimatgefühle. Der Puls schnellt hoch auf 140.

Altenpfleger macht Touristenjogging
Zu Beginn der Tour pumpte das Herz noch etwas gemütlicher. Bei 80. Nicht ganz Ruhepuls, bisschen Aufregung à la der-Mathelehrer-ruft-mich-an-die-Tafel ist vor dem Start der Tour dabei, schließlich weiß man nicht genau, was einen gleich erwartet.

"Touristjogging. Hamburg-Stadtführung im laufen erleben", steht auf der Startseite der Homepage, die aussieht, als sei sie seit ihrer Taufe im World Wide Web nicht mehr überarbeitet worden. Das war 2002, kurz nachdem Gösta Dreise, gelernter Altenpfleger, sich als nebenberuflich joggender Guide selbstständig gemacht hatte – "als Erster in ganz Europa", wiederholt er häufig. Eine Triathletin aus Dortmund, die Dreise über Ecken kannte, reiste damals nach Hamburg. Da sie gern läuft und er von Natur aus über einen großen Bewegungsdrang verfügt – und sich zudem als gebürtiger Hamburger in der Stadt auskennt ...

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