Naturschauspiel

Perseiden bringen Sternschnuppen-Regen am Nachthimmel - Mondlicht als Spaßbremse

dpa, kna

Von dpa & kna

Di, 09. August 2022 um 09:57 Uhr

Panorama

In den kommenden Tagen werden am Nachthimmel wieder zahlreiche Sternschnuppen zu beobachten sein. Experten empfehlen, nach Osten zu schauen. Der helle Mond lässt allerdings manche Exemplare verblassen.

Der August gilt als der Sternschnuppenmonat schlechthin. Um den Schwarm der Perseiden zu sehen, sollten Schaulustige nach Angaben der Vereinigung der Sternfreunde in Deutschland nach Osten schauen. "Ihren theoretischen Höhepunkt erreichen die Perseiden am frühen Morgen des 13. August gegen drei Uhr", sagte der Vorsitzende Sven Melchert. Sternengucker könnten normalerweise etwa 30 bis 50 Meteore pro Stunde wahrnehmen. Durch den vom Mond aufgehellten Himmel werde man dieses Jahr aber nur einen Blick auf die hellsten Exemplare erhaschen können.

Die Perseiden scheinen aus dem Sternbild Perseus zu kommen, doch sie sind eine Wolke von Trümmerteilchen des Kometen 109P/Swift-Tuttle, in die die Erde jedes Jahr auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne eintaucht. Der Komet wurde nach Angaben der Sternfreunde am 19. Juli 1862 unabhängig voneinander von Lewis Swift und Horace Tuttle entdeckt und braucht für einen Umlauf um die Sonne rund 133 Jahre. Das nächste Mal dürfte er von der Erde aus im Jahr 2126 sichtbar werden.

Gesteinsbrocken verglühen in 80 bis 300 Kilometer Höhe

Sternschnuppen treten in der Regel mit 60 Kilometern pro Sekunde in die Erdatmosphäre ein - das sind 216.000 Kilometer pro Stunde. Die kleinen Gesteinsbrocken verglühen in 80 bis 300 Kilometer Höhe.

In Ostasien sind die Perseiden nach Erkenntnissen von Astronomen bereits vor rund 2000 Jahren beobachtet worden, wie aus chinesischen, koreanischen und japanischen Aufzeichnungen hervorgeht. Dass um den 10. August herum, dem Namenstag des Märtyrers Laurentius, besonders viele Sternschnuppen auftreten, war aber auch in Europa durchaus bekannt. Es war der belgische Mathematiker Adolphe Quetelet, der 1835 darauf aufmerksam machte, dass dieser Meteorschauer jedes Jahr auftritt.

Die erste systematische Zählung im Jahr 1839 erbrachte eine Rate von 160 pro Stunde, doch in den folgenden Jahrzehnten wurden sehr unterschiedliche Zahlen festgestellt. Der italienische Astronom Giovanni Schiaparelli stellte dann den Zusammenhang mit dem Kometen her.
Laurentius-Legende
Der Märtyrer Laurentius soll am 10. August 258 in Rom auf einem glühenden Rost zu Tode gefoltert worden sein. Dabei soll der Heilige einerseits Tränen über die Sünden seiner Mitmenschen vergossen haben. Andererseits berichtet die Legende von einem unter Qualen lachenden Laurentius: Er soll dem Henker befohlen haben, ihn auf dem Feuer zu wenden, der Braten sei auf der einen Seite schon gar. Seitdem gilt Laurentius als Nothelfer für Brandverletzte und Fieberleidende sowie als Patron der Feuerwehrleute, Köche, Bäcker, Glasbläser und Köhler. Außerdem soll er vor den Qualen des Fegefeuers bewahren.