Lemminge

Polarforscher Benoît Sittler: "20 Grad in der Hocharktis!"

Gabriele Schoder

Von Gabriele Schoder

So, 10. Mai 2020 um 10:02 Uhr

Panorama

BZ-Plus Benoît Sittler ist Polarforscher an der Uni Freiburg. Im Interview mit der Badischen Zeitung spricht er über seine Studie über Lemminge und die Bedrohung des Ökosystems der Erde.

Freiburg grenzt ja nicht direkt an die Arktis, aber Wissenschaftlern im Nordosten von Grönland sind die Stadt und ihre Uni sehr wohl ein Begriff. Denn am hiesigen Lehrstuhl für Naturschutz und Landschaftsökologie ist ein Langzeitprojekt von Benoît Sittler angesiedelt, das Tierpopulationen im hohen Norden untersucht, besonders die des Halsbandlemmings Dicrostonyx groenlandicus. Mit dem Geographen und Polarforscher sprachen wir über Leben und Sterben der Lemminge und die Bedrohung des Ökosystems Erde.

BZ: Herr Sittler, Lemminge – das sind doch diese suizidal veranlagten Tierchen, die sich kollektiv ins Meer stürzen?
Benoît Sittler: In der Tat verbindet man die nördlichen Wühlmäuse mit einem angeblichen Massenselbstmord. Von diesen kleinen Nagetieren, die in den baumlosen Landschaften des hohen Norden beheimatet sind, weiß man, dass sie alle paar Jahre in größerer Anzahl auftreten – und wenige Monate danach wieder von der Bildfläche verschwinden. Bei den Berglemmingen aus Skandinavien sind zudem Wanderungen infolge der Überbevölkerung bekannt, bei denen viele den Tod finden, vor allem beim Überqueren von Gewässern. Dass dabei die Lemminge instinktiv aus dem Leben scheiden, ist für Biologen aber nicht nachvollziehbar.

BZ: Aber war nicht im Disneyfilm ...

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