Polizei war gut beschäftigt

Alexander Huber

Von Alexander Huber

So, 09. August 2020

Müllheim

Im Bereich des Reviers Müllheim ist die Zahl der registrierten Straftaten gestiegen.

Die Zahl der von der Polizei registrierten Straftaten ist 2019 im Bereich des Polizeireviers Müllheim um rund elf Prozent gestiegen, was unter anderem daran lag, dass die Beamtinnen und Beamten einen Schwerpunkt bei der Bekämpfung der Rauschgiftkriminalität gesetzt haben. In vielen Bereichen entsprach das Kriminalitätsniveau in etwa dem der Vorjahre.

In dem ging es aber vor allem um die polizeiliche Kriminalstatistik für das Jahr 2019 – und das erwies sich als durchaus arbeitsreich für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Müllheimer Polizeireviers, in dessen Einzugsbereich zwischen Münstertal und Auggen knapp 95 000 Menschen leben.

5023 Straftaten registrierten die Beamten im vergangenen Jahr, gegenüber 2018 waren das 495 Fälle mehr – ein durchaus beachtlicher Anstieg um fast elf Prozent.

Revierleiter Müller war indes sichtlich daran gelegen zu erläutern, warum aus diesen Zahlen nicht abgelesen werden kann, es wäre generell unsicherer geworden für die Bevölkerung im Markgräflerland. Es gibt diverse Delikte, deren Zahlen in der Statistik vor allem dann ansteigen, wenn die Ordnungshüter genauer hinschauen. Holkriminalität wird das in der Kriminologie genannt – und dazu gehören unter anderem Drogendelikte.

Hier sah das Müllheimer Polizeirevier 2019 besonderen Handlungsbedarf: Vor allem im Raum Müllheim hatte sich ein lebhafter Drogenhandel entwickelt, der inzwischen Züge organisierter Bandenkriminalität annahm – mit Folgedelikten wie Nötigung, Diebstahl, Raub bis hin zu Körperverletzung.

Es gab Hausdurchsuchungen und Festnahmen, mehrere Gerichtsprozesse sind im Zusammenhang mit der sogenannten 379-Szene (benannt nach dem Graffiti-Tag, das Mitgliedern dieser Jugendszene zugeordnet wird) bereits gelaufen, Polizei und Justiz sind aber weiterhin in diesem Zusammenhang beschäftigt.

Aus einem anderen Bereich, der die Markgräfler Polizei in den vergangenen Jahren stark beschäftigt und das Sicherheitsempfinden der Bevölkerung relevant beeinträchtigt hat, gibt es erfreuliche Nachrichten: Die Zahl der Wohnungseinbrüche sank von 160 im Jahr 2018 auf 112 im vergangenen Jahr. Ein Trend, der sich im laufenden Jahr fortsetzen dürfte, schätzt Thomas Müller.

Mit der sogenannten Häufigkeitszahl, die die Anzahl der Straftaten auf jeweils 100 000 Einwohner hochrechnet, lassen sich Vergleiche bezüglich des Kriminalitätsniveaus in einem Gebiet anstellen. Danach liegt der Revierbereich Müllheim mit einer Häufigkeitszahl von 5301 leicht über dem Landesdurchschnitt von 5148 und auch über dem Schnitt des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald (4586), aber deutlich unter den benachbarten Kreisen Freiburg-Stadt (10 053) und Lörrach (7277).

Sonderfaktoren können Statistik beeinflussen

Im Revierbereich selbst weisen Müllheim mit 7685 und Neuenburg mit 7060 die höchsten Häufigkeitszahlen auf. Bad Krozingen, von der Einwohnerzahl her vergleichbar mit Müllheim, liegt mit einer Häufigkeitszahl von 4953 sogar leicht unter dem Durchschnitt des Revierbereichs.

In der Regel nehmen die Häufigkeitszahlen mit der Größe einer Gemeinde ab. Mitunter gibt es jedoch besondere Faktoren, die die Statistik stark beeinflussen können. Hartheim etwa hat mit 5564 die dritthöchste Häufigkeitszahl im Revierbereich Müllheim, dennoch dürfen die Hartheimer weiterhin ruhig schlafen: Der hohe statistische Wert ihrer Gemeinde geht auf den auf Hartheimer Gemarkung gelegenen Autohof an der Autobahn zurück, wo Delikte wie Tankbetrug nicht selten vorkommen.

In Auggen (Häufigkeitszahl 5044) ist es eine Diskothek, in der die Polizei hin und wieder nach dem Rechten sehen muss, die für den vergleichsweise hohen Wert sorgt. Gemessen an dieser statistischen Größe ist es in Sulzburg (Häufigkeitszahl 2274) und Ballrechten-Dottingen (2285) am friedlichsten im Revierbereich Müllheim. Für die übrigen Gemeinden im Revierbereich ergeben sich folgende Zahlen: Badenweiler – 3557, Buggingen 2812, Eschbach – 3641 (hier ist auch der Gewerbepark in Betracht zu ziehen), Heitersheim – 4587, Münstertal – 3131, Staufen – 4410.