Prachtvolle Barockmusik

Jakob Leiner

Von Jakob Leiner

Mo, 07. Oktober 2019

Klassik

Vokalakademie Berlin unter Frank Markowitsch in Colmar.

In der Kirchenmusik bekleidet Maria eine herausragende Stellung. Einen dramaturgisch wie auch künstlerisch hochwertigen Querschnitt durch das Leben der Gottesmutter bot jetzt das Konzert der Vokalakademie Berlin unter der umsichtigen Leitung des Freiburger Chorprofessors Frank Markowitsch in Colmar. Mit Gästen sowie mit einem exquisiten Instrumentalensemble aus dem Dreiländereck präsentierte das für kluge Projektkonzeptionen bekannte Ensemble ausschließlich Werke des barocken Italieners Antonio Caldara, dessen Geburtstag sich 2020 zum 350. Mal jährt. Der marianische Hymnus des Venezianers war andächtig und gefällig zugleich, wozu auch die Altistin Franziska Markowitsch mit kerntragender Stimme und Nathalie Seeligs gereifter Sopran beitrugen.

Das "Regina coeli laetare" zeigte sich als Verschränkung alter und moderner Kompositionsweisen. Vor allem die Bläsergruppe profilierte sich hier in wunderbarem Miteinander. Programmatisch zwischen Christi Geburt und Passion geschaltet war neben einer Triosonate mit virtuos aussagekräftigen Geigenparts die "Missa Sancti Francisci". Bei den kurzen, kontrastierend gesetzten Abschnitten des klangschönen Werks blieben Kyrie und Sanctus als besonders ausgearbeitet in Erinnerung. Höchste Feinfühligkeit bewiesen Sängerinnen und Sänger nach dem 16-stimmigen "Crucifixus" dann mit "Tenebrae factae sunt". Als Zugabe in der Kirche Saint-Matthieu erklang wiederum das einleitende "Magnificat". Ein Kreis hatte sich somit geschlossen.