Preuß und Peiffer Dritte

dpa

Von dpa

Mo, 09. März 2020

Biathlon

Keine Zuschauer beim Weltcup in Nove Mesto / Benedikt Doll wird 17. im Massenstart-Rennen.

NOVE MESTO (dpa/BZ). Ein Jahr mit vielen Tagen des Zweifelns musste Franziska Preuß auf diesen Moment warten. Und dementsprechend groß war nach ihrem ersten Podestplatz seit dem 21. März 2019 die Genugtuung der Biathletin. "Ich war oft nah dran und deshalb freue ich mich total, dass es endlich mal nach ganz vorne geklappt hat", sagte die 25-Jährige nach Platz drei im abschließenden Massenstarts des Geister-Weltcups im tschechischen Nove Mesto, ehe Arnd Peiffer am Sonntag ebenfalls als Dritter auch den zuvor enttäuschenden Männern ein versöhnliches Ende bescherte.

"Ich freue mich sehr über diesen Abschluss, weil ich mich bei den Bedingungen nicht zu Besten gezählt habe", sagte der Sprint-Olympiasieger im ZDF. Mit dem Sprintsieg durch Denise Herrmann und Rang drei in der Staffel beendeten die deutschen Biathletinnen den ersten Weltcup nach der WM, der wegen der Angst vor der Ausbreitung des Coronavirus ohne Zuschauer stattfand, mit drei Podestplätzen in drei Rennen. Bei den Männern lief es vor dem zweiten Saison-Podium von Peiffer nicht ganz so rund: Mit zu vielen Schießfehlern setzten die Sportler von Bundestrainer Mark Kirchner den Trend der WM fort, als sie in den Einzelrennen ohne Medaille geblieben waren.

Schonungslos war die Selbstkritik nach Platz fünf in der Staffel. "Wir haben am Schießstand wieder viel vergeben und das zieht sich ein bisschen durch die Saison, dass wir überhaupt nicht zufrieden sein können, was wir da abliefern", sagte Peiffer. "Wir müssen da hart mit uns ins Gericht gehen." Er setzte das einen Tag später bei den für ihn schwierigen Laufbedingungen mit tiefem und stumpfem Schnee nahezu perfekt mit nur einem Fehler um. Seine Teamkollegen Johannes Kühn (4 Fehler/12.), Benedikt Doll (5/17.) und Philipp Horn (7/27.) blieben beim neunten Saisonsieg des Norwegers Johannes Thingnes Bö wieder weit unter ihren Möglichkeiten.

Schon während der Welttitelkämpfe in Antholz wurden aufgrund der schwankenden Leistungen Rufe nach einem Schießtrainer laut. Doch der Sportliche Leiter Bernd Eisenbichler sieht diesbezüglich kein Problem. "Ich würde wirklich nicht von einem Schießproblem sprechen", hatte er gesagt. Nach der Saison folgt aber wie immer eine genaue Analyse. Ob man dann personelle und strukturelle Veränderungen vornimmt, bleibt abzuwarten.

In Nove Mesto leisteten sich die Männer bei Platz fünf in der Staffel eine Strafrunde und zehn Nachlader, im Sprint mit Kühn als Bestem auf Rang elf waren es 27 Fehler. Positiv neben Peiffers Podestlauf war die Erkenntnis, dass Weltcup-Rückkehrer Simon Schempp als Staffel-Startläufer eine mutmachende Leistung zeigte.