Radprofi noch nicht enttarnt

dpa

Von dpa

Mi, 19. August 2020

Radsport

Aktiver Sportler soll in Affäre um Mark S. verwickelt sein.

(dpa/str). Zu den in der Blutdopingaffäre "Operation Aderlass" noch nicht enttarnten Sportlern gehört auch ein aktiver Radprofi. "Meines Wissens gibt es einen Radsportler, der noch aktiv ist und dessen Name noch nicht öffentlich bekannt ist. Ich weiß allerdings nicht, ob er von seinem Team für die Tour de France nominiert wird", sagte Oberstaatsanwalt Kai Gräber, der die Anklageschrift in dem am 16. September beginnenden Prozess verfasst hat, dem Magazin Tour (Mittwoch-Ausgabe). Insgesamt 19 Namen der mindestens 23 in das Netzwerk um den Mediziner Mark S. verwickelten Sportler sind schon öffentlich.

Laut Gräber werden die fehlenden Namen in dem Prozess nicht durch die Beweisführung bekannt. "Das liegt daran, dass für diese Sportler Blutdoping zu dem Zeitpunkt, zu dem wir es nachweisen konnten, noch nicht strafbar oder aus Sicht der behandelnden Personen verjährt war", sagte der Jurist.

Der frühere deutsche Eisschnelllauf-Olympiateilnehmer Robert Lehmann-Dolle ist durch das Deutsche Sportschiedsgericht vom Vorwurf des Eigenblut-Dopings freigesprochen worden. "Die Schiedsklage der Nada aus dem Mai 2019 wurde abgewiesen", so die Nationale Antioping-Agentur. Das Gericht sah die von der Nada vorgelegten Beweise nicht als ausreichend an. Die Nada prüft nun, ob sie Rechtsmittel einlegt. Lehmann-Dolle war von Mark S. belastet worden.