Rat bringt Kanalbau voran

Ilona Hüge

Von Ilona Hüge

Sa, 13. Juli 2019

Rheinhausen

Rheinhausen vergibt Aufträge für den Anschluss der Abwasserleitung an die Breisgauer Bucht.

RHEINHAUSEN. Der neue Gemeinderat hat den ersten Auftrag für den Umbau der Abwasserbeseitigung und den Anschluss an die Breisgauer Bucht erteilt. Der Bau der acht Kilometer langen Abwasserleitung wird rund 2,1 Millionen Euro kosten. Im Doppelhaushalt waren rund vier Millionen Euro eingestellt. Gefördert wird das Vorhaben mit 25 Prozent der tatsächlichen Kosten.

Der Bau der Druckleitung mit einem Durchmesser von 200 Millimeter ist beauftragt. Der Gemeinderat hatte drei Angebote vorliegen und vergab an den günstigsten Bieter. Er wird die Abwasserrohre aus PVC einpflügen. Gegenüber dem ursprünglichen Vorhaben, nach dem die Rohre eingespült werden sollten, ergeben sich mit dem Einpflügen Kostenvorteile von rund 110 000 Euro.

Die Leitung geht über eine Länge von acht Kilometern mit einem Höhenunterschied von acht Metern. Alle 300 bis 350 Meter werden Revisionsschächte angelegt. Die Druckleitung reicht dann vom Rand der "Bachmatten" in Niederhausen bis über den Leopoldskanal an die Verbandskläranlage Breisgauer Bucht in Forchheim. "Wir passieren zwölf nicht gemeindliche Grundstücke", sagte Bürgermeister Jürgen Louis. Das Einverständnis der Eigentümer sei eingeholt. In landwirtschaftlich genutzten Flächen werden die Rohre in einer Tiefe von 1,6 Metern verlegt, in asphaltierten und nicht asphaltierten Feldwegen in einer Tiefe von einem Meter. Am Leopoldskanal wird das Abwasserrohr an die Brücke der Kreisstraße K 5135 gehängt. Das Rohr wird wärmegedämmt und erhält Heizstäbe, die bei Bedarf eingeschaltet werden.

Der Umbau der Kläranlage wird in einem weiteren Schritt etwas später ausgeschrieben. Dazu hat Rheinhausen noch Zeit: Der Termin für den Anschluss rückte vom Jahresanfang 2020 auf das Jahresende 2020. Die neuen Pumpen für die Abwasserleitung kommen ins Untergeschoss der Kläranlage in Niederhausen, die Schaltschränke und die Technik für das Pumpwerk sind für das Erdgeschoss vorgesehen. Vor die Pumpen wird eine Rechenanlage mit Sand- und Fettfang eingebaut. Die vorhandenen Becken der Kläranlage sollen in Zukunft für die Behandlung von Mischwasser genutzt werden.

Das Verschieben des Anschlusstermins und die spätere Fertigstellung werden den Haushalt 2020 beeinflussen. Mittel, die 2018 nicht in Anspruch genommen wurden, müssen dann neu eingestellt werden. Die Abwassergebühren werden neu kalkuliert. "Für die Bürger werden sich keine Änderungen ergeben", sagte Bürgermeister Louis. Die Gemeinde Rheinhausen hatte die Gebühren bereits mit Blick auf das Vorhaben vor zwei Jahren erhöht.