Das maßgeschneiderte Licht

Michael Gebhardt (SP-X)

Von Michael Gebhardt (SP-X)

Sa, 23. Mai 2020

Auto & Mobilität

Scheinwerfer mit Matrix-Technik legen den Lichtkegel um Objekte herum, um diese nicht zu blenden.

Die Lichttechnik am Auto wird immer anspruchsvoller. Statt nur zwischen Fern- und Abblendlicht umzuschalten, ermöglichen LED-Matrix-Scheinwerfer einen maßgeschneiderten Lichtkegel. Damit tragen sie auch zur Sicherheit bei.

Gerade mal 6 Volt Spannung und ein paar funzelige Glühlampen mussten früher reichen, um VW Käfer und Co. den Weg durch die Nacht zu weisen. Über die Jahrzehnte hat sich die Lichttechnik immer weiter verbessert, richtig hell auf der Straße wurde es aber erst in den frühen 2000er-Jahren, als die Xenon-Technik Einzug ins Auto gehalten hat. Doch inzwischen sind auch die Edelgas-Leuchten fast schon wieder ein alter Hut, immer mehr Hersteller setzen jetzt auf Leuchtdioden-Technik (LED). Die braucht nicht nur weniger Energie, sondern erlaubt auch Funktionen wie das Matrixlicht: Statt wie bisher lediglich zwischen Abblend- und Fernlicht umzuschalten, schaffen die Autobauer mit der Matrix-Technik den Spagat zwischen maximaler Lichtausbeute und einem möglichst blendfreien Licht.

Mit dem Begriff Matrix ist, so der Duden, ein "Schema von waagerechten Zeilen und senkrechten Spalten" gemeint. Genau in einer solchen Tabellen-Form sind in modernen Scheinwerfern einzelne Leuchtdioden angeordnet.

Je nach Hersteller und Preisklasse sind das unterschiedlich viele, angefangen bei einer Handvoll in günstigeren Modellen bis hin zu weit mehr als 100 LEDs in aktuellen Oberklasse-Fahrzeugen. Ganz neue Systeme, sogenannte HD- oder Beamer-Scheinwerfer, die mit LED-Halbleiterschichten arbeiten, kommen sogar auf mehrere Tausend einzelne Lichtpunkte pro Scheinwerfer.

Für die volle Lichtausbeute müssen alle LED angeknipst werden. Das ist zum Beispiel optimal, wenn man nachts alleine auf einer einsamen Landstraße unterwegs ist. So würden allerdings andere Verkehrsteilnehmer ziemlich stark geblendet und im schlimmsten Fall sogar gefährdet. Deshalb überwacht das System per Kamera, ob ein Fahrzeug entgegenkommt oder eines vorausfährt. Wird ein solches "Hindernis" erkannt, werden in Sekundenbruchteilen diejenigen Lichtpunkte, die genau diese Stelle beleuchten, abgeschaltet. Da sich aber sowohl das eigene wie auch die anderen Autos bewegen, wird der Lichtkegel fortlaufend angepasst, indem neue Bereiche aus- und andere wieder eingeschaltet werden.

Der Vorteil: Das Licht fließt praktisch um den Gegenverkehr herum, ohne ihn zu blenden. Trotzdem wird so eine gute Ausleuchtung der übrigen Fahrbahn erreicht.