HINTERGRUND

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Von Wolfgang Mulke & epd

Do, 19. September 2019

Panorama

Die Polarstern ist seit 1982 unterwegs

Die Polarstern gehört der Bundesrepublik Deutschland, genutzt wird das Schiff vom bundeseigenen Alfred-Wegener-Institut (AWI), das Meeres- und Polarforschung betreibt und nun die Expedition der Superlative führt. Dem Eisdruck werde das Schiff locker standhalten, versichert Kapitän Thomas Wunderlich. Mit ihrem doppelwandigen Stahlrumpf kann das Schiff bis zu 1,50 Meter starkes Eis durchpflügen. Ist die Wand dicker, bahnt es sich den Weg durch Rammen. Dann nimmt der Kapitän wieder und wieder Anlauf, um einen freien Weg zu bahnen. Fast 20 000 PS stark sind die Maschinen. Die Polarstern ist für Temperaturen bis zu minus 50 Grad Celsius gewappnet und kann im Eis der Polarmeere überwintern.

 "Das ist eine gutmütige alte Dame", sagt Wunderlich. Seit seiner Indienststellung am 9. Dezember 1982 hat das Schiff mehr als 1,5 Millionen Seemeilen (2,7 Millionen Kilometer) zurückgelegt. Bis heute ist es nach Angaben des AWI eines der leistungsfähigsten Polarforschungsschiffe weltweit. Beim Auslaufen in Tromsø übernimmt der zweite Kapitän Stefan Schwarze das Kommando. Ab Februar hält dann wieder Wunderlich das Ruder. An Bord arbeiten eine 44-köpfige Crew und bis zu 55 Wissenschaftler und Techniker. Außerdem hat die Polarstern meistens zwei Helikopter und Schlauchboote an Bord, damit Wissenschaftler bei Messungen den Nahbereich des Schiffes verlassen können. Von 1999 bis 2001 wurde das Schiff technisch auf den damals neusten Stand gebracht. Ein Nachfolger für die Polarstern ist in Planung.