Autopilot der Diktatur

Wie China bei künstlicher Intelligenz eine Weltmacht werden will

Finn Mayer-Kuckuk

Von Finn Mayer-Kuckuk

Sa, 07. Juli 2018 um 13:19 Uhr

Bildung & Wissen

BZ-Plus Von der kontrollierten Abgabe von Klopapier bis zur intelligenten Kampfmaschine: China will die Amerikaner in der Entwicklung künstlicher Intelligenz überholen.

Das Hochhaus im Pekinger Stadtteil Zhongguancun steht etwas verloren zwischen der gleichnamigen U-Bahn-Station und einem Elektronik-Kaufhaus. Es trägt den pompösen Namen "Meeresdrachen-Gebäude" und wirkt dennoch heruntergekommen: Die Schaufenster im Erdgeschoss sind zugeklebt, die Geschäfte geschlossen. In den Etagen darüber aber ballt sich Chinas Intelligenz. Stockwerk für Stockwerk haben sich hier Start-ups eingenistet.

In dem Bau hat auch Horizon Robotics seine Bleibe gefunden. Das Unternehmen entwickelt Elektronikbausteine für künstliche Intelligenz. Es ist erst drei Jahre alt, gilt aber bereits als eine der aussichtsreichsten Firmen der Welt. "Unsere Mission ist es, eine weltweit führende Plattform für künstliche Intelligenz zu schaffen", sagt Firmengründer Yu Kai. Yu hat zuvor das Institut für Neuronale Netze des chinesischen IT-Konzerns Baidu geleitet, bevor er sich mit Gleichgesinnten selbstständig gemacht hat.

Horizon entwickelt Chips, die auf die Abbildung gehirnähnlicher Strukturen ausgelegt sind. Diese können Muster und Situationen erkennen und sie deuten. Diese Fähigkeit ist von unschätzbarem Wert für zahlreiche Branchen wie Autos, Luftfahrt, Sicherheit – und Roboter. Und dieses junge Unternehmen ist nur eines von vielen Beispielen für Chinas boomende Wirtschaft im Bereich künstliche Intelligenz (KI). Die Wirtschaftsmacht aus Fernost ist damit auf bestem Weg, die Schlüsseltechnik des 21. Jahrhunderts zu dominieren. China soll bis zum Jahr 2020 Weltklasseniveau erreichen, hat der Staatsrat im vergangenen Jahr als nationales Ziel vorgegeben. "Die Anwendung der KI soll das Bestreben unterstützen, mit anderen Innovationsführern ...

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