Springer-Chef räumt Fehler ein

epd

Von epd

Mi, 16. September 2020

Computer & Medien

Döpfner: Kritik an "Bild" wegen Solingen ist berechtigt.

Vor dem Hintergrund massiver Kritik an der Berichterstattung über den gewaltsamen Tod von fünf Kindern in Solingen fordert Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner "eine breite Debatte über Standards und Werte im Spannungsfeld zwischen der Freiheit der Presse und dem Schutz von Persönlichkeitsrechten". Auch die "Bild"-Zeitung aus seinem Hause habe Fehler gemacht, als sie Nachrichten über ein Kind, das die Tragödie überlebt hat, eins zu eins veröffentlichte, sagte Döpfner am Dienstag beim Kongress des Bundesverbandes Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV). Am Montag hatte ihn der Branchenverband als Präsident im Amt bestätigt.

"Wir haben den Schutz von Minderjährigen in diesem Fall missachtet. Andere Medien haben zu Recht diese Grenzüberschreitung kritisiert", so Döpfner. "Wir wollen und müssen es in Zukunft besser machen." Der Medienblog "Bildblog" hatte berichtet, dass das Boulevardblatt aus einem privaten Chatverlauf des überlebenden elfjährigen Bruders der fünf getöteten Kinder sowie eines Freundes zitiert hatte. Beim Deutschen Presserat gingen bis zum 9. September mehr als 160 diesbezügliche Beschwerden ein.