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Fragen und Antworten rund um den Personalausweis

Alexander Holzer

Von Alexander Holzer (dpa)

Sa, 30. November 2019 um 17:20 Uhr

Geld & Finanzen

Ob im Urlaub, auf der Party oder zur Identifizierung im Netz – den "Perso" hat jeder Erwachsene fast immer dabei. Doch man sollte nicht zu sorglos damit umgehen.

Ein Ausweis ist für jeden Deutschen ab 16 Jahren Pflicht. Aber nicht nur Behördenmitarbeiter werfen gerne einen Blick darauf. Manche Hotels oder Banken wollen das Dokument für ihre Unterlagen kopieren oder es soll im Fitnessstudio als Pfand hinterlegt werden. Dabei enthält es sensible Daten, daher ist Vorsicht angebracht.

Vor wem muss ich mich ausweisen?
Nur bestimmte Behörden wie Polizei, Zoll, Ordnungsamt und Steuerfahndung können das Vorzeigen des Ausweises verlangen. Doch "es besteht keine Pflicht, das Dokument jederzeit bei sich zu führen", betont Matthias Taube, Ministerialrat im Bundesinnenministerium. Manchmal wollen Hotels oder Diskotheken mit Verweis auf Melderecht oder Jugendschutz den Ausweis sehen oder gar kopieren. Nicht immer zu Recht: So reicht es bei Hotelgästen aus dem Inland, wenn sie auf einem Meldeschein persönliche Angaben wie Name oder Adresse angeben. Auch im Geschäft oder in der Disko "kann ich selbst entscheiden, ob ich den Ausweis vorzeige oder eben nicht in den Club gehe beziehungsweise den Whiskey nicht kaufe", sagt Taube.

Darf ich meinen Ausweis kopieren?
"Das ist eine heikle Angelegenheit", sagt der Kölner Rechtsanwalt Christian Solmecke. Bürger dürfen Kopien des eigenen Personalausweises anfertigen oder anfertigen lassen. Diese müssen laut Solmecke aber als Kopie erkennbar sein. Taube empfiehlt, auf Kopien sensible Informationen wie Zugangs- und Seriennummer, die maschinenlesbare Zone und den personalisierten Sicherheitsfaden zu schwärzen. Für Banken und Versicherungen gelten andere Regeln: Im Kampf gegen organisierte Kriminalität müssen sie fünf Jahre lang wichtige Daten ihrer Kunden aufbewahren. Dafür können sie eine ungeschwärzte Ausweiskopie anfertigen.

Darf ich den Perso als Pfand nutzen?
"Prinzipiell ja, aber zumindest wenn man die e-ID-Funktion freigeschaltet hat, ist das keine gute Idee", so Gerrit Hornung, Leiter des Fachgebiets Öffentliches Recht und IT-Recht an der Universität Kassel. Durch die kontaktlose Schnittstelle, die im Internet zur Authentifikation und als elektronische Signatur genutzt werden kann, sei das Missbrauchspotenzial noch höher als bei Kopien oder Scans, warnt auch Solmecke.

Seit 2010 dürfen ausschließlich die zur Identitätsfeststellung befugten Behörden vom Ausweisinhaber verlangen, das Dokument aus der Hand zu geben. "Sollten Pfandleiher oder Vermieter Kunden also auffordern, ihren Ausweis als Pfand zu hinterlegen, können sie das verweigern und auf andere Wertgegenstände verweisen", rät Solmecke.

Was muss ich online beachten?
Durch den Chip im Ausweis können Nutzer sich im Internet und an Automaten elektronisch identifizieren. Weil die digitale Weitergabe von Daten sensibel ist, ist der Vorgang besonders geschützt. "Der elektronische Personalausweis hat zwei Sicherungsmittel: Einmal muss man den Ausweis tatsächlich in der Hand haben und andererseits muss man eine selbstgewählte sechsstellige PIN kennen", erklärt Hornung. Dennoch empfiehlt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, sorgsam mit der elektronischen Identität umzugehen. Insbesondere sollten Nutzer auf ihrem Lesesystem zusätzliche Virenscanner installieren. Nach der Identifizierung beim Diensteanbieter werde der Ausweis am besten umgehend vom Gerät entfernt, so die Experten der Bundesbehörde.