Umbau und Sanierung

Das kann man tun, wenn der Bauplan verschwunden ist

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Von dpa

Mi, 19. Februar 2020 um 14:53 Uhr

Haus & Garten

Maßstabsgerechte Pläne eines Hauses sind unentbehrlich, um Sanierungen und Umbauten zu planen. Oft gehen diese aber verloren oder bleiben beim Vorbesitzer im Zuge eines Hausverkaufs. Was tun?

Und gerade bei einem sehr alten Gebäude, das im Laufe von Jahrhunderten viel Male umgebaut wurde, stimmen oft selbst erhalten gebliebene Originalpläne nicht mehr. Was tun?

"Bei Baudenkmalen wird deshalb häufig ein sogenanntes verformungsgerechtes Aufmaß gemacht, das das Haus in seiner aktuellen Form dokumentiert", erklärt Marc Ellinger, Leiter des Regionalbüros Freiburg-Südbaden des Verbands Privater Bauherren (VPB). "Dabei werden auch schräge Wände, durchhängende Decken und Balken mit vermessen." Das ist technisch meist kein Problem, aber Planer und Handwerker sollten die statischen und konstruktiven Verhältnisse kennen, bevor sie loslegen.

Ein Aufmaß wurde früher klassischerweise mit Zollstock, Skizzenblock und Bleistift gemacht. "Heute funktioniert das noch ganz ähnlich, nur dass statt des Zollstocks ein Laser-Entfernungsmesser zum Einsatz kommt", erklärt Wilhelm Veenhuis, Vorstand im Bundesverband Bausoftware (BVBS) in Celle. Pro Raum werden etwa zehn bis 15 Maße erhoben: Längen, Höhen, Wandflächen, Abstände von Türen und Fenstern. Ergebnis des Aufmaßes ist eine maßstabsgerechte zweidimensionale Zeichnung auf Papier oder im Computer. Auch 3-D-Darstellungen sind möglich, bedeuten aber zusätzlichen Rechenaufwand. Mehr Informationen in Sekundenschnelle liefert der 3-D-Laserscan. Dabei tastet ein Laserscanner die Oberflächengeometrie eines Gebäudes berührungslos ab, während sich das Gerät horizontal um seine eigene Achse dreht. Mehrere Millionen farbiger 3-D-Messpunkte bilden die Räume, die Fassade oder die Umgebung ganz genau ab.

Insbesondere dann, wenn ein denkmalgeschütztes Bauwerk komplizierte Strukturen aufweist und die Bauaufnahme für ein 3-D-Datenmodell genutzt werden soll, ist diese Technik hilfreich. Alles wird erfasst und vermessen, von der Stuckdecke bis zum Gummibaum.

Im privaten Bau werden Laserscanner bisher nur selten eingesetzt. "Das liegt nicht nur am hohen Preis der Geräte", erklärt Helmut Stötzler, Vorsitzender des Arbeitskreises Sachverständige bei der Architektenkammer Baden-Württemberg. Die Anschaffung lohnt sich allenfalls für Vermessungsbüros, die sie regelmäßig nutzen. "Bei den meisten älteren Privathäusern macht ein Laserscan außerdem wenig Sinn", ergänzt der Experte. "Denn sie haben eine relativ einfache Geometrie, die sich leicht mit einem klassischen Aufmaß dokumentieren lässt. Länge mal Breite mal Höhe – das war’s." Das könne der Bauplaner mit Hilfe eines Laserdistanzmessgeräts selbst erledigen und brauche nicht die Dienstleistung eines Vermessungsbüros in Anspruch zu nehmen. Für kompliziertere Wohnflächenberechnungen, in der Dachschrägen, Vorsprünge und schiefe Wände berücksichtigt werden müssen, könnte ein Scan aber durchaus hilfreich sein, meint Stötzler.

Der Scan lässt sich vielseitiger nutzen als das Aufmaß. "Man kann jede beliebige Schnittebene wählen", erklärt Ellinger. "Damit bietet der Laserscan eindeutig die besseren Auswertungsmöglichkeiten als das klassische Aufmaß." Da viele Details erfasst werden, sind auch im Nachhinein noch Messungen möglich, an die vielleicht beim Scannen noch niemand gedacht hatte.