Zisch-Schreibwettbewerbgewinner Herbst 2019

Pauli Pinguin und der Sinn des Lebens

Fr, 06. Dezember 2019 um 15:57 Uhr

Schreibwettbewerb

Von Esther Fliegner, Klasse 4a, Kastelbergschule Waldkirch

Es ist ein Samstag im Dezember und der weiße Neuschnee glitzert in der Morgensonne. Draußen sind bereits Kinder zu hören, die fröhlich im Schnee spielen. Tom ist ein zehnjähriger Junge, der mit seinen Eltern und seiner Schwester Tina an einem Waldrand lebt.
"Tom, Tom, komm runter. Wir wollen zusammen eine schöne Schneewanderung machen! Wir können auch unseren Schlitten mitnehmen!", ruft Tina freudig durch das Haus. Tom sitzt bereits einige Zeit vor dem Computer und spielt sein neues Spiel. Er verdreht genervt die Augen und brüllt zurück: "Lass mich in Ruhe! Ich habe keinen Bock dazu!" Toms Vater hat die übliche Antwort gehört und kommt sauer in sein Zimmer gestürmt: "Das ist ja wieder typisch für dich! Du sitzt nur den ganzen Tag vor dem Computer. Du könntest ruhig mal wieder was mit uns unternehmen. Warum kommst du nicht mit raus bei diesem schönen Wetter?" Tom weiß, dass er schnell eine Ausrede braucht, und erzählt seinem Vater, dass er bis Montag einen Aufsatz über Pinguine schreiben muss. "Na gut", antwortet sein Vater. "Aber dann schreibe auch deinen Aufsatz und hör auf zu spielen!"

Enttäuscht starten die Eltern mit der Schwester alleine die Winterwanderung. Tom denkt natürlich gar nicht daran, seinen Aufsatz zu schreiben, sondern spielt einfach weiter. Kurze Zeit später klingelt es an der Tür und seine beiden besten Freunde Philipp und Jacob möchten ihn zu einer Schneeballschlacht abholen. Tom reagiert schon wieder sehr gereizt und sagt zu ihnen: "Eine Schneeballschlacht ist doch was für Babys! Ich hab’ echt was Besseres vor", und knallt ihnen die Tür vor der Nase zu. Seine beiden Freunde können ihn nicht verstehen und schwören sich, ihn nächstes Mal gar nicht erst wieder zu fragen, ob er mitmacht.

Irgendwann gegen Nachmittag wurde Tom sehr müde. Seine Augen brannten, sein Nacken war verspannt und sein Kopf schmerzte. Schließlich schlief er über seinem Computer einfach ein...

Plötzlich wacht Tom wieder auf, reibt sich die Augen und haucht etwas ängstlich: "Wo bin ich?" Da landet von hinten ein dicker Schneeball an seinem Kopf. "Hey, wer war das?", ruft Tom ärgerlich. "Du bist in der Welt der Träume", antwortet eine süße Stimme. Tom dreht sich erschrocken um und schaut in die freundlichen Augen eines kleinen, niedlichen Pinguins. "Hallo Tom, ich heiße Pauli. Möchtest du mit mir eine Schneeballschlacht machen?" Und schon fliegt der nächste Schneeball mitten in Toms Gesicht. Jetzt ist Tom richtig sauer und pfeffert einen großen Schneeball zurück. Der Pinguin purzelt rückwärts und schleudert gleichzeitig mit seinen Füßen mehrere kleine Schneekugeln in Toms Richtung. Beide rutschen im Eifer des Gefechts immer wieder auf dem glatten Schnee aus und fallen hin. Das sieht so lustig aus, dass Tom schallend beginnt zu lachen. Auch Pauli hält sich sein weißes Bäuchlein fest vor lauter Lachen. Beide toben durch den glitzernden Schnee und haben viel Spaß. Tom fühlt sich glücklich und zufrieden. Da hat Tom plötzlich eine Idee und ruft Pauli zu: "Komm lass uns einen ganz tollen Schneemann bauen! Das macht bestimmt Spaß." Pauli macht natürlich sofort mit und gemeinsam gelingt ihnen ein wunderschöner Schneemann.

Bald darauf geht die Sonne langsam unter und sie hören leise Stimmen in der Ferne. Pauli sagt: "Oh, das sind bestimmt meine Eltern und meine beiden kleinen Geschwister – sie möchten mich zum Abendessen nach Hause holen." Tom beobachtet gespannt, wie eine fröhliche Pinguinfamilie über einen kleinen Hügel auf sie zukommt. Pauli freut sich sehr und watschelt seiner Familie entgegen. Pauli umarmt sogar seine beiden Geschwister zur Begrüßung, die ihn herzlich an sich drücken. Die ganze Pinguinfamilie kommt nun auf Tom zu und Pauli sagt aufgeregt: "Schaut her, das ist mein neuer Freund Tom! Wir verstehen uns riesig und hatten so einen schönen Tag zusammen!" Paulis Mama blickt Tom in die Augen und spricht: "Ich freue mich, dich kennen zu lernen. Du scheinst ein sehr lieber Junge zu sein. Ich hoffe, wir sehen dich bald wieder." Pauli umarmt Tom traurig und sagt zu ihm: "Mit dir kann man so toll spielen! Ich wünschte, ich könnte jeden Tag bei dir sein so wie deine besten Freunde! Aber nun muss ich gehen. Hoffentlich treffen wir uns bald wieder!" Und schon ist die fröhliche Pinguinfamilie verschwunden und Tom steht alleine da.

Plötzlich merkt er, wie einsam er die ganze Zeit vor dem Computer war und wie sehr er seine Familie und seine Freunde vermisst. Tom fängt an, bitterlich zu weinen...

Eine warme Hand berührt seinen Kopf und er hört eine vertraute Stimme: "Tom, was ist denn los mit dir? Kann ich dir helfen?" Seine Mutter schaut ihn besorgt an. Tom ist so erleichtert bei seiner Familie zu sein, dass er seine Mutter schnell umarmt und zu ihr sagt: "Mama, es tut mir leid! Ich habe viel zu viel Computer gespielt und alles andere vergessen. Ich glaube, alle sind sauer auf mich! Können wir morgen was zusammen unternehmen? Und außerdem muss ich unbedingt Philipp und Jacob anrufen und mich bei ihnen entschuldigen, dass ich so doof war!"

Seine Mutter ist erleichtert, dass Tom erkannt hat, wie wichtig es ist, Zeit mit seiner Familie und den Freunden zu verbringen und viele gemeinsame Abenteuer zu erleben! Am nächsten Tag schreibt Tom einen tollen Aufsatz über Pauli Pinguin und den Sinn des Lebens.