Putzete in Freiburg-St. Georgen

Eine Waschmaschine, ein Geldbeutel und Handschellen

Sophie Kuhn-Régnier, Klasse 8a, Theodor-Heuss-Gymnasium

Von Sophie Kuhn-Régnier, Klasse 8a, Theodor-Heuss-Gymnasium (Freiburg)

Fr, 22. Mai 2020 um 14:32 Uhr

Schülertexte

Wer sich aufmacht, um Müll aufzusammeln, macht die ein oder andere kuriose Entdeckungen. Ein Text von Sophie Kuhn-Régnier, Schülerin der Klasse 8a des Freiburger Theodor-Heuss-Gymnasiums.

Am Samstag, den 7. März fand die Aktion "Freiburg putzt sich raus" statt. Rund 30 Personen halfen mit, mehr als in den vergangenen Jahren, in verschiedenen Bereichen Müll zu sammeln. Um neun Uhr morgens trafen sich alle Helferinnen und Helfer für die Putzete am Winzerhaus in St. Georgen. Zum Glück war gutes Wetter, und alle wurden mit Zangen, Müllsäcken, Warnwesten und Handschuhen ausgestattet. Allerdings reichte es nicht für alle, da der Bürgerverein mit weniger Leuten gerechnet hatte, weil in den Jahren zuvor auch nicht sehr viele zum Helfen gekommen waren.

Nachdem alle halbwegs versorgt waren, wurde das Gruppenfoto gemacht und alle in Gruppen eingeteilt, um in möglichst vielen verschiedenen Bereichen Müll einsammeln zu können. Eine Gruppe ging zur Ölmühle, eine andere in die Inneren Elben. Mehrere Gruppen nahmen sich die Reben vor und die letzten fuhren mit dem Auto zum Mooswald. Die Gruppe zur Ölmühle, teilte sich unbeabsichtigt in zwei Gruppen auf: Die eine, die vorne lief, sammelte eher die größeren Sachen, während die kleinere Gruppe hinten nach Süßigkeitenpapieren, Glasscherben und Flaschen im Gras am Wegrand Ausschau hielt. Manchmal wurden auch größere Teile, wie zum Beispiel Fahrräder oder Autoreifen aus dem Gebüsch geholt und mit einem der Autos abgeholt, die rumfuhren, um den größeren Müll und die vollen Müllsäcken abzuholen.

Auf der Route wurden auch noch Küchengeräte und mehrere Säcke mit Kinderkleidung, die in relativ gutem Zustand waren, gefunden. Durch die vielen Glasscherben und Glasflaschen wurde der Müllsack mit der Zeit ziemlich schwer und musste auf ein Auto verladen werden. Außer einer im Boden vergrabenen Wassertonne und einem Teller wurde sehr viel Vlies gefunden, von dem man ein bisschen aus dem Boden reißen konnte, allerdings ging nicht alles aus der Erde, da vieles zu tief unter dieser vergraben war. Die anderen Gruppen fanden noch aufgebrochene Handschellen, Fahrräder und eine Waschmaschine. Eine Hälfte der hinteren Gruppe suchte auf dem Rückweg auf der einen Straßenseite, die anderen auf der anderen und auf beiden Seiten wurden jede Menge leerer Flaschen gefunden, die Leute wohl aus dem Autofenster geworfen hatten. Auch wurden kleine Plastikteile, Taschentücher, Papiere von Süßigkeiten und manchmal auch Brottüten gefunden.

Besonders war, dass ein Teil der hinteren Gruppe in einem Feld einen Geldbeutel fand. Er enthielt noch drei Euro, den Personalausweis und die EC-Karte des Mannes. Die vollen Müllsäcke wurden zu denen der anderen Müllsammler gestellt, die einen verrosteten Fensterrahmen gefunden hatten, damit diese mit dem Auto abgeholt werden konnten. Wieder zurück am Winzerhaus gab es erst mal kleine Brezeln und etwas zu Trinken. Später wurden dann noch für alle Würstchen bereitgestellt. Am Ende sagte noch einer der Organisatoren, dass es dieses Jahr weniger Müll gegeben hätte, also manche Menschen mehr darauf achten würden, nichts ins Gebüsch zu werfen. Die Handschuhe konnten nach Hause mitgenommen werden, die Zangen und die Warnwesten mussten allerdings abgeben werden. Am Ende gingen alle mehr oder weniger geschafft nach Hause.