Interview zum Spieltag

Reiner Heitz, Trainer SV Rust: "Die Null bringt den Erfolg"

Wolfgang Künstle

Von Wolfgang Künstle

Mo, 02. September 2019 um 12:00 Uhr

Bezirksliga Ortenau

BZ-Interview zum Spieltag mit Reiner Heitz, dem Trainer des SV Rust nach dem Duell der Aufsteiger mit den Sportfreunde Ichenheim.

Im Duell der Aufsteiger trennten sich die Sportfreunde Ichenheim und der SV Rust am Samstag in der Bezirksliga 1:1. Warum der Ruster Trainer Reiner Heitz trotz ordentlichen Saisonstarts und einem Mittelfeldplatz nach drei Begegnungen noch nicht ganz zufrieden ist, verriet er im Gespräch mit Wolfgang Künstle.

BZ: Ein 1:1 beim Mitaufsteiger – sind Sie zufrieden?

Heitz: Vor der Begegnung hätte ich das Unentschieden sofort unterschrieben. Hinterher muss ich sagen, dass es doch mehr hätte sein können. Gerade nachdem die Ichenheimer in Unterzahl geraten waren, hatten wir doch noch unsere Chancen, die drei Punkte mitzunehmen. So gesehen bin ich nicht ganz zufrieden.

BZ: Wie haben Sie die Begegnung erlebt?

Heitz: Es war das klassische Sommergekicke. Beide Vereine zeigten wenig Laufbereitschaft, auch die gezeigten Emotionen waren nicht wirklich bezirksligatauglich.

BZ: Wäre der Sieg dennoch verdient gewesen?

Heitz: Aufgrund der Zahl der Torchancen würde ich sagen: Ja.

BZ: Nach drei Begegnungen stehen beim SV Rust ein Sieg, ein Unentschieden und eine Niederlage in der Statistik. Was sind Ihre ersten Eindrücke in der Bezirksliga?

Heitz: Ich habe die Liga von der Stärke her richtig eingeschätzt. Wir haben gezeigt, dass wir gegen die oberen Teams wie Oberharmersbach durchaus mithalten können.

BZ: Woran müssen Sie im Training noch arbeiten?

Heitz: Wichtig ist in erster Linie, dass die Defensive gut steht. Da muss ich alle Hebel ansetzen. Die Null ist die Basis zum Erfolg. Wenn man in die Tabelle schaut, sieht man, dass fast alle Mannschaften schon etliche Gegentore kassiert haben. Das ist in der Bezirksliga ein Schwachpunkt.

BZ: Oder die Bezirksliga hat gute Offensivkräfte...

Heitz: Nein, das könnte man in der Landes- oder Verbandsliga sagen, wo sich das Verhältnis zwischen Sturm- und Abwehrreihen eher die Waage hält. Wie sich andere Vereine verbessern möchten, weiß ich natürlich nicht, aber wir selbst müssen an den Abwehrarbeit auf jeden Fall noch feilen. Irgendwann entscheiden die Gegentore.

BZ: Wie beurteilen Sie Ihren Kader hinsichtlich der Bezirksligatauglichkeit?

Heitz: Ich bin zufrieden mit dem Kader. Zuletzt hatten wir viele Urlauber wie alle anderen Vereine auch. Die ersten drei, vier Wochen kann man deshalb nur schlecht abschätzen, wie sich alles entwickeln wird und wer möglicherweise das Rennen macht. Nach zehn Spieltagen weiß man da mehr. Wenn alle da sind, haben wir einen guten Kader, auch in der Breite. Es müsste reichen für einen guten Mittelfeldplatz.

BZ: Das ist Ihr Saisonziel?

Heitz: Ja, wobei natürlich wichtig ist, dass wir frühzeitig die Punkte sammeln, um nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben. Wenn wir in der Tabelle gut stehen, können wir ohne Druck in die Partien gehen, das macht es natürlich einfacher.

BZ: Der SV Rust hat ja glorreiche Landes- und Verbandsligazeiten hinter sich. Träumen die Verantwortlichen davon, wieder einmal höher zu spielen?

Heitz: Zunächst einmal geht es natürlich darum, sich in der Bezirksliga zu etablieren. Aber es könnte schon sein, dass der SV Rust bis in ein paar Jahren wieder einmal gerne Landesliga spielen würde. Dafür sind wir schließlich Sportler.