Kultur

Ein literarischer Spaziergang durch Paris

Michael Neubauer

Von Michael Neubauer

Mo, 24. März 2014 um 15:29 Uhr

Reise

Paris war schon immer ein Anziehungspunkt für deutschsprachige Schriftsteller. Wo streiften Grass, Heine und Tucholsky gerne umher? Ein literarischer Spaziergang durch Paris.

Paris war stets ein Anziehungspunkt für deutschsprachige Schriftsteller. Sie schrieben schwärmerische Gedichte über die Stadt an der Seine, trafen andere Autoren oder kümmerten sich um Bücher, die die Nazis vernichten wollten. Einem wurde die Stadt auf tragische Weise zum Verhängnis: Er wurde von einem herabstürzenden Ast erschlagen.

HEINRICH HEINE
Friedhof Montmartre
Heinrich Heine liegt unter weißem Marmor. Auf dem Plan des Friedhofs Montmartre hat sein Grab die Nummer 54. Über den Friedhof führt eine Autobrücke, Friedhofsstille kommt deswegen hier nicht auf. Künstler wie Emile Zola, Jacques Offenbach, Stendhal, François Truffaut, Hector Berlioz – sie alle leisten Heine hier Gesellschaft.

Auf Heines Grab liegen eine rosa Rose und zwei Bleistifte. Ein Tourist lässt sich fotografieren vor der romantisch-melancholischen Büste des Schriftstellers. "Sterbe ich in Paris, so will ich auf dem Kirchhofe des Montmartre begraben werden, auf keinem anderen, denn unter der Bevölkerung des Faubourg Montmartre habe ich mein liebstes Leben gelebt", schrieb er in seinem Testament. Bei der Beerdigung Heines am Morgen des 20. Februar 1856 war nur ein kleines Häuflein Trauergäste da, überwiegend Deutsche.

Heine, geboren in Düsseldorf, sprach wie viele Gebildete damals die französische Sprache. 1831 siedelte er nach Paris über und schrieb für die "Allgemeine Zeitung" in Augsburg über Frankreich. Immer wieder hatte er Geldnöte. Immer wieder hatte er mit Krankheiten zu kämpfen – mit Lähmungserscheinungen in der linken Hand und in der rechten Gesichtshälfte, mit Augenleiden oder Rückenmarksschwindsucht. In den 25 Jahren seiner Pariser Zeit wechselte er 24 Mal die Wohnung. Doch Paris war seine Stadt. In einem Brief an einen Freund schrieb er: "Fragt Sie jemand, wie ich mich hier befinde, so sagen Sie: wie ein Fisch im Wasser. Oder vielmehr sagen Sie den Leuten, wenn im Meer ein Fisch den anderen nach seinem Befinden fragt, so antwortet ...

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