So klappt der Sommerurlaub

Felix Hoffmann

Von Felix Hoffmann (AFP)

Do, 10. Juni 2021

Panorama

Was Urlauber dieses Jahr beachten sollten / Die wichtigsten Fragen und Antworten für eine erfolgreiche Reiseplanung.

. Sommer, Sonne und Strand: Die Urlaubszeit steht vor der Tür. Doch was ist dieses Jahr überhaupt möglich? Wohin darf ich reisen? Wann kann ich eine Buchung kostenlos stornieren? Was passiert, wenn der Veranstalter absagt? Welche Vorteile bringt eine Corona-Impfung und welche Nachweise sind geplant? Wir beantworten die wichtigsten Fragen, damit der Sommerurlaub gelingen kann.

» Wohin darf ich reisen?
Mit einer Verordnung vom 12. Mai hat die Bundesregierung die generelle Quarantänepflicht bei Einreise aus mehr als 100 Ländern aufgehoben, darunter auch einige der beliebtesten Urlaubsländer der Deutschen. Für Genesene oder Geimpfte gelten sogar noch weitreichendere Lockerungen. Für Reisende, die aus einem Risiko- oder Hochinzidenzgebiet nach Deutschland zurückkehren, gilt weiterhin eine zehntägige Quarantänepflicht. Nach einem Aufenthalt in einem Virusvarianten-Gebiet beträgt die Quarantänezeit sogar zwei Wochen. Maßgeblich ist, ob das Gebiet zum Zeitpunkt der Einreise nach Deutschland als Risikogebiet ausgewiesen war. Außerdem müssen Reiserückkehrer auf http://www.einreiseanmeldung.de ihre Daten hinterlegen. Vollständig Geimpfte oder Genesene können über dieses Portal auch einen entsprechenden Nachweis übermitteln, mit dem sie von der Quarantänepflicht befreit werden können. Dies gilt allerdings nicht für Reiserückkehrer aus Virusvarianten-Gebieten.

Urlauber sollten bei der Reisebuchung also die Corona-Lage im Urlaubsland im Blick behalten: Informationen gibt es beispielsweise auf der Internetseite des Auswärtigen Amtes. Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) veröffentlicht regelmäßig aktualisierte Karten zur Corona-Lage in EU-Mitgliedstaaten. Praktisch zugänglich sind diese auch über die Android- und iOS-App "Re-open EU". Auch das Auswärtige Amt bietet mit "Sicher Reisen" eine App-Lösung.



Was sollte bei der Buchung
beachtet werden?
Trotz aller Reiselust sollten Verbraucher nicht außer Acht lassen, dass momentan niemand genau sagen kann, ob eine Reise tatsächlich wie geplant stattfinden kann, warnt Sonja Welzel von der Verbraucherzentrale Bremen. Vor der Buchung einer Reise lohnt sich also der Blick ins Kleingedruckte. "Dort finden sich häufig auch Regelungen dazu, ob und in welcher Höhe im Falle eines Reiserücktritts oder einer Stornierung Gebühren anfallen", erklärt Welzel.



» Wann dürfen Urlauber Auslandsreisen kostenlos stornieren?
Eine kostenlose Stornierung von Pauschalreisen ist in der Regel möglich, wenn ein Land als Risikogebiet eingestuft wird. Verbraucher sollten sich dabei an den Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes orientieren, empfiehlt die Verbraucherzentrale Niedersachsen. Letztendlich ausschlaggebend für eine kostenlose Stornierung sei aber "die juristische Frage, ob außergewöhnliche, unvermeidbare Umstände vorliegen", erklärt das Auswärtige Amt.

Was passiert, wenn der
Veranstalter die Reise absagt?
Kann ein Veranstalter die Reise nicht mehr wie geplant stattfinden lassen, muss er laut der Verbraucherzentrale Niedersachsen die Kosten komplett zurückerstatten.

» Was gilt bei Individualreisen?
Können Urlauber ihr Ziel wegen Reisebeschränkungen, eines Einreiseverbots oder der Lage der Unterkunft im Sperrgebiet nicht erreichen, können sie nach deutschem Recht ihre Unterkunft stornieren und ihr Geld zurückverlangen. Eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts führt laut der Verbraucherzentrale Niedersachsen allerdings nicht automatisch dazu, dass eine Unterkunft nicht erreichbar ist. Hier müsse im Einzelfall geprüft werden, ob der Kunde sein Geld zurückverlangen kann. Wurde die Ferienunterkunft bei einem ausländischen Anbieter gebucht, gilt in der Regel dortiges Recht.

Habe ich nach einer
Corona-Impfung Vorteile?
Auch das kommt ganz auf das jeweilige Urlaubsland an. Die Verbraucherzentrale Bremen empfiehlt, sich vor Reiseantritt genau über die Regelungen am Reiseziel zu informieren. In Deutschland haben bereits viele Bundesländer Lockerungen für Geimpfte ebenso wie für Getestete und Genesene beschlossen.

Das EU-Parlament hat am Mittwoch grünes Licht für ein europaweit gültiges Impfzertifikat gegeben. Nun müssen noch die Mitgliedstaaten zustimmen. Die elektronische Plattform für die Überprüfung von Impfzertifikaten soll am 1. Juli europaweit an den Start gehen. Das digitale Dokument soll neben Angaben zu Impfungen auch Informationen über Tests oder überstandene Corona-Infektionen enthalten. Bei Inhabern des Zertifikats sollen die Mitgliedstaaten von Quarantäne- und Testpflichten absehen.