Tradition und Elan bilden Symbiose

Jochen Dippel

Von Jochen Dippel

Mi, 12. Juni 2019

Reitsport

Guter Sport und neuer Schwung beim Pfingstreitturnier in Weisweil.

REITEN. Die einjährige Auszeit hat dem Pfingstreitturnier des RV Weisweil nicht geschadet. Im Gegenteil: Die Neuauflage der Traditionsveranstaltung präsentierte sich frisch wie eh und je. Zudem hat der Verein die Zeit für weitere Verbesserungen genutzt und einiges Geld in die Hand genommen, um die schmucke Anlage auf Hochglanz zu trimmen. So wurde eine Fluchttreppe zur Verbesserung der Reithallenzugänge installiert – zudem ein Allwetterplatz zum Abreiten angelegt.

"Wir sind ein Reit- und Pferdezuchtverein und der jahrzehntelangen Tradition im Pferdesport verpflichtet", begründeten der Weisweiler Vorsitzende Herbert Jenne und Stellvertreter Dieter Ehret die Investitionen in die Infrastruktur. Und dessen Kollege Manfred Stöcklin, dem besonders die Rasenpflege des fußballplatz-großen Springstadions am Herzen liegt, freute sich über das Lob der Reiter und Juroren ob der hervorragenden Bedingungen an den drei Turniertagen. "Der Platz war tipptop und bot genug Ausweichmöglichkeiten, um für die Hindernisse nicht immer die gleichen Flächen zu beanspruchen", betonte Parcourschef Werner Rohde. Der Regen am Schlusstag konnte dem Geläuf nichts anhaben.

Somit gab es keine Probleme, um die Meisterschaft des Reiterringes Breisgau-Kaiserstuhl in Springen und Dressur, die erstmals an den RV Weisweil vergeben wurde, ins Turnier zu integrieren. "Das war eine gute Entscheidung, Weisweil bekam das gut hin, auch die große, gemeinsame Siegerehrung am Ende, die wir erstmals nicht zu Fuß mit Siegerpodest, sondern auf Pferden abwickelten", freute sich Ringvorsitzende Christine Amann.

Zufrieden zeigte sie sich auch mit den Leistungen, da die Anforderungen in allen Klassen um eine Stufe angehoben worden waren. Bei den Junioren wurde statt E- nun auf A-Niveau geritten, bei den Jungen Reitern von A- auf L-Klasse und bei den Reiterinnen und Reitern von L- auf M-Niveau erhöht. "Das war ein guter Schritt", sagte Amann. Die Meisterschärpe in der Altersklasse der Reiter durften sich im Springen Stephanie Grösch (RFSV Kirchzarten-Dreisamtal) auf Athos und in der Dressur Doris Heizmann (RFSV Kenzingen) auf Hot Choclate überstreifen.

Doris Heizmann in der Dressur vor Ulrike Freund

Doris Heizmann gewann mit ihrem zehnjährigen Oldenburger auch die finale Dressurprüfung der Klasse M. Mit der Note 7,6 lag sie klar vor Ulrike Freund (RC Opfingen-Wippertskirch) auf dem Württemberger Wallach Tolledo (7,2) und Mareen Ott (TSG Möhlinhof) auf dem Westfalen Fürstenstolz (7,0). In der M-Dressurreiterprüfung zuvor war die Reihenfolge genau umgekehrt: Ulrike Freund siegte auf Tolledo (7,4) ebenso deutlich vor Doris Heizmann mit Hot Choclate (7,0).

Im Springen waren fünf M-Prüfungen ausgeschrieben. Höhepunkt war das finale M-Springen mit Siegerrunde, dekoriert mit hochwertigen zwei Sternen. Im Normalumlauf blieben drei der 15 Starter fehlerfrei; über den 260 Meter langen, mit acht Sprüngen bestückten Siegerrundenparcours blieb ein Duo übrig: Sofia Köninger (RC Achern) war auf dem routinierten Schimmel Cliff klar schneller als Nicole Schwarz (RFSV Kenzingen) mit dem erst sechsjährigen Hannoveraner Wallach Gabalier. Dritte wurde mit einem Abwurf am Schlussoxer Selina Kibiger (RC Caballus Grißheim) auf der Württemberger Stute Celine, die in zwei M-Ein-Stern-Springen jeweils Zweite hinter Markus Dreher (TSG Breisgau) auf Zidane war und als erfolgreichste Springreiterin geehrt wurde. Bei den Reitern wurden Markus Dreher und Tochter Lena-Sophie Dreher (Junioren) mit zusammen fünf Siegen ausgezeichnet.

Nicole Schwarz strahlte hochzufrieden: "Ich bin total überrascht, wie Gabalier in seinem ersten Zwei-Sterne-M-Springen überhaupt mitgemacht hat; er sprang sicher, flüssig und in tollem Rhythmus, aber auf Sieg konnte ich ihn noch nicht reiten." Bei den Ichenheim-Classics will sie versuchen, den Wallach sogar für das Bundeschampionat zu qualifizieren.

Meisterschaft RR Breisgau-Kaiserstuhl, Springen: Reiter: 1. Stephanie Grösch/Arthos (Kirchzarten-Dreisamtal), 2. Anne Wertheimer/Clearly, 3. Sophia Bächle/Amelie (bd. Gundelfingen). – Junge Reiter: 1. Lena-Sophie Dreher/Cora (TSG Breisgau), 2. Marie Hefer/Colina (RV St. Georg Bad Krozingen). – Junioren:1. Emely Stöcklin/Caramba (RV Weisweil), 2. Clara Erkens/Denva (RC Opfingen-Wip.), 3. Bettina Ehret/Le Roi Soleil (RC Emmendingen). – Team: 1. RFSV Kenzingen; 2. RV Weisweil; 3. PF Ihringen.

Dressur, Reiter: 1. Doris Heizmann/Hot Choclate (RFSV Kenzingen), 2. Ulrike Freund/ Tolledo (RC Opfingen-Wippertskirch), 3. Mareen Ott/Fürstenstolz (TSG Möhlinhof). Junge Reiter: 1. Sophia Binninger/Dornröschen (RV Teningen-Köndringen). – Junioren:1. Lisa-Marie Funk/Dandy (RV St. Georg Bad Krozingen), 1. Sophia Pfefferle/ Lavana (RC Freiburg-Tuniberg), 3. Clara Erkens/Denva (RC Opfingen-Wippertskirch).