"Kunst kommt von Können"

Christiane Franz

Von Christiane Franz

Mo, 08. Juli 2019

Riegel

Die Vernissage im Bürgerhaus Alte Schule und der Atelierrundgang am Freitagabend zum Auftakt der Riegeler Künstlertage fanden guten Anklang .

RIEGEL. Am Freitagabend fand der Auftakt der Riegeler Künstlertage mit der Vernissage im Bürgerhaus Alte Schule statt. Im Namen der Künstler begrüßte Karl-Heinz Thiel die Gäste, auch Bürgermeister Daniel Kietz sprach einleitende Worte. Im Anschluss erfolgte der traditionelle Rundgang durch die Ateliers, wobei Norman Hothum jeden der 14 Künstler kurz vorstellte. Musikalisch umrahmt wurde die Vernissage durch die sechsköpfige Formation "S‘ Brasst schu!".

Es sei der Wunsch der Schaffenden, die Kunst in die Öffentlichkeit zu tragen, führte Karl-Heinz Thiel ein. "Wir haben kein gemeinsames Manifest erstellt, aber gemeinsam sind wir der Ansicht, Kunst kommt von Können", sagte der Maler. Bunt und vielfältig sei die Ausdrucksweise, die Künstler zwischen "knapp über 20 Jahre alt" und "etwas über 70 Jahre jung".

Thiel hob die Besonderheit in Riegel hervor. Außer dem Ur-Riegeler Dieter Rottler seien alle Kunstschaffenden Zugereiste. "Hier in Riegel ist die Stätte der Produktion und von Riegel wird die Kunst in die Welt exportiert", so Thiel, der das Beispiel eines nach Taipeh in Taiwan verkauften Werkes anführte.

Die Künstlergruppe veranstalte inzwischen zum 11. Mal die Künstlertage. Das spreche einerseits für Kontinuität und Verlässlichkeit. Dass immer wieder neue Gesichter dazugewonnen werden, spreche andererseits für Toleranz und Offenheit, so Thiel. Mit Reimund Auth, Joachim Mierisch und Markus Lüdi waren drei Künstler aus der Schweiz zu Gast. "Die Künstlertage sind ein tolles Event für Riegel", lobte auch Bürgermeister Daniel Kietz. Er hob den hohen Anteil Kunstschaffender gemessen an der Einwohnerzahl Riegels hervor. Die Welt der Künstler treffe bei den Künstlertagen auf die Welt des Kunstbetrachters, sagte Kietz. So riefen die verschiedenen Kunstwerke beim Betrachter unterschiedliche Emotionen hervor. Der Künstler sei bei den offenen Ateliers Türöffner für diese beiden Welten. Der Betrachter könne sich Zeit lassen, sich mit dem Bildthema zu beschäftigen. Kietz wünschte den Teilnehmern reges Interesse und viele gute Gespräche.

Für Musik sorgte bei der Vernissage "S‘Brasst schu!", ein junges Sextett, hervorgegangen aus dem Musikverein, das sich dem Brass verschrieben hat. Frauke Gerber (Horn), Laura Heckel (Trompete), Max Busch (Trompete), Hannes Kietz (Posaune), Fabian Heckel (Tuba) und Jan-Aran Böhle (Schlagzeug) ließen mit fetzig-schwungvollen Klängen gute Laune aufkommen und ernteten viel Applaus.

Rund zwei Stunden dauerte der Rundgang durch die sieben Anlaufstellen für Kunst, die ihre Türen bei den Künstlertagen geöffnet hatten. Der Rundgang sei als "amuse gueule" zu verstehen und diene als Anregung, am Samstag und Sonntag gezielt Künstler aufzusuchen, sagte Norman Hothum (die BZ berichtet noch).

Mehr Fotos von den Künstlertagen unter http://mehr.bz/riekunst19