Divine Comedy

POP: Hintersinnige Nostalgie

Michael Dörfler

Von Michael Dörfler

Mi, 03. Juli 2019

Rock & Pop

Was ist dieser Mann? Ein Schelm, ein Verrückter, ein Genie? Vermutlich verkörpert Neil Hannon von alledem etwas. Soeben hat der 48-jährige Nordire seine neue Platte "Office Politics" veröffentlicht. Es ist sein mittlerweile 13. Studioalbum unter dem Pseudonym Divine Comedy. Hinter diesem Namen verstecken sich stets wechselnde Musiker, jeweils angeheuert für Studio- oder Bühnenarbeit. Hannon ist bekennender Nostalgiker, Fortschritt ist ihm ein Gräuel. "Das Gestern war besser", ist eines jener Statements, das inhaltlich auch für "Office Politics" steht. Die 16 Songs widmet Hannon den "gesellschaftlichen Kollateralschäden des technisierten Fortschritts", wie das Magazin Rolling Stone treffend anmerkt. Natürlich dargeboten mit einem Augenzwinkern ("I wasn’t so surprised to know an app could do my job"). Großzügigst orchestriert kommt das Opus daher, feinster Melodienreichtum zu subtilen, hintergründigen Texten. Dem Thema entsprechend kommen diesmal gar Synthesizer zum Einsatz. Fazit: Großartig!

Divine Comedy: Office Politics (DCR Records).