Algiers

ROCK: Ekstatisch und entfesselt

Maximilian Hess

Von Maximilian Hess

Mi, 15. Januar 2020

Rock & Pop

Die Agit-Rock-Soul-Band Algiers aus Atlanta legt mit "There is No Year" den Nachfolger ihres Durchbruch-Albums "Underside of Power" vor und macht da weiter, wo sie 2017 aufgehört hat. Politische und gesellschaftskritische Texte treffen auf modern gedachte, treibende Soul-Musik, die sich nicht um Genrekonventionen schert. Das von Randall Dunn (Sunn O))) produzierte Album gerät dabei noch ein bisschen schneller, ekstatischer und entfesselter. Der Titeltrack "There is No Year" gehört mit seiner bewusst analog-kratzig klingenden Demo-Ästhetik und den zwischen musikalischer Eleganz und hysterischem Arrangement pendelnden Instrumentals zu den Highlights. Sänger Franklin James Fisher schafft es, seine Wut über gesellschaftliche Zustände in teils sogar tanzbare Gefilde zu führen. Mit einer geradezu eleganten Eklektik verbinden Algiers Versatzstücke des Elektro-Pop, Soul und des Spoken-Word-Genres zu einem elektrisierenden Werk, das sowohl Liebhaber politischer Musik als auch Anhänger von modernen Ansätzen des Soul mehr als zufrieden stellen wird.

Algiers: There is No Year (Matador/Beggars Group).