Fernsehen

RTL schneidet Wendler nach KZ-Äußerung aus "DSDS"

dpa

Von dpa

Mi, 06. Januar 2021 um 17:37 Uhr

Panorama

Der Sänger Michael Wendler fällt schon länger mit kruden Verschwörungsäußerungen auf. Nach einem KZ-Vergleich zog RTL am Mittwoch die Reißlinie und schneidet den Juror aus der "DSDS"-Sendung.

Nach der Äußerung von Michael Wendler über Deutschland als "KZ" schneidet RTL den umstrittenen Schlagersänger aus bereits abgedrehten Folgen der Castingshow "Deutschland sucht den Superstar" ("DSDS"). Das kündigte der Sender am Mittwochnachmittag in Köln an. Man werde Wendler "sofort aus dem Programm" nehmen – selbst wenn dabei für die Zuschauer "sichtbare, dramaturgische Lücken entstehen", erklärte RTL-Geschäftsführer Jörg Graf. RTL reagierte damit auf einen Sturm des Protests. Unter anderem der Antisemitismusbeauftragte Hessens, Uwe Becker, forderte Konsequenzen des Senders – bis zum Abbruch der aktuellen Staffel: "Wer die notwendigen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie mit einem KZ gleichsetzt und damit die Shoah derart relativiert, der sollte nicht von Woche zu Woche einem Millionenpublikum als Juror vorgesetzt werden."

Höhepunkt kruder Äußerungen auf Telegram

Zwischen Wendler und RTL war es bereits im Herbst zum Bruch gekommen. Der Sänger hatte sich damals in einem Video zur deutschen Corona-Politik geäußert und Fernsehsender – darunter RTL – beschuldigt, "gleichgeschaltet" zu sein. Der Sender distanzierte sich umgehend und nannte Wendler einen Verschwörungstheoretiker. In der Frühphase der aktuellen "DSDS"-Staffel sollte der 48-Jährige aber als Jurymitglied zu sehen sein. Der Grund: Die Folgen waren damals bereits aufgezeichnet gewesen.

"KZ" ist eine Abkürzung für "Krisen Zentrum" – sagt Wendler

Am Dienstag – dem Tag der Ausstrahlung der ersten Folge – berichteten allerdings mehrere Medien über einen Eintrag in Wendlers Kanal bei dem Messengerdienst Telegram: "KZ Deutschland??? Es ist einfach nur noch dreist was sich diese Regierung erlaubt! Das Einsperren von freien und unschuldigen Menschen ist gegen jegliche Menschenwürde."
Wendler räumte dort später eine "KZ"-Äußerung ein, jedoch sei "KZ" angeblich eine Abkürzung für "Krisen Zentrum". RTL blieb nur noch die Reißleine, wie Geschäftsfüherer Graf erklärte: "Wir verurteilen jegliche Form von Antisemitismus, Rassismus sowie Diskriminierung auf das Schärfste".