Vörstetten

Rund 80 Feuerwehrleute können bei Wohnhausbrand Schlimmeres verhindern

Kathrin Blum

Von Kathrin Blum

So, 22. Mai 2022 um 11:26 Uhr

Polizei Emmendingen

Der ausgebaute Dachstuhl eines Reihenhauses in der Bühlackerstraße ist am Samstagabend in Brand geraten. Die Feuerwehr konnte ein Übergreifen der Flammen auf andere Häuser abwenden.

Ein Dachstuhlbrand hat am Samstagabend für einen Großeinsatz in Vörstetten gesorgt: Vier Feuerwehren rückten zur Brandbekämpfung aus und konnten durch ihr beherztes Eingreifen verhindern, dass das Feuer auf benachbarte Reihenhäuser an der Bühlackerstraße übergreift. Auch Helfer des DRK-Ortsvereins und Polizeibeamte unterstützten den Einsatz, insgesamt zählte Vörstettens Kommandant Roland Neininger gut 90 Einsatzkräfte. Verletzt wurde niemand, jedoch ist ein Haus nun unbewohnbar. Die Brandursache ist der Polizei zufolge unklar.

Der erste Gedanke gilt dem Brand in Offenburg diese Woche

"Offenburg." Der erste Gedanke Neiningers am Einsatzort galt dem verheerenden Brand in Offenburg vergangenen Mittwoch, bei dem ein Feuer eine ganze Reihenhausreihe zerstört und sechs Familien obdachlos gemacht hat, nach ersten Schätzungen entstand dort Schaden in Millionenhöhe (die BZ berichtete). Aus diesem Grund habe er sofort nach seinem Eintreffen die Einsatzstufe erhöht, was zur Folge hatte, dass auch die Feuerwehr Emmendingen mitsamt Drehleiter ausrückte. Als Neininger alarmiert wurde, verfolgten er und mehrere Feuerwehrkameraden bei einem Public Viewing gerade das Pokalfinale. Aus diesem Grund sei es schnell gegangen: "Die ersten Feuerwehrleute saßen innerhalb von zwei, drei Minuten im Fahrzeug."
Verheerendes Feuer in Offenburg: Die alten Dachstühle brannten wie Zunder

Wie die Polizei informiert, schlugen die Flammen bereits aus dem Dachstuhl, als die ersten Rettungskräfte eintrafen. Zwei Bewohner des brennenden Hauses konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Auch weitere 14 Bewohner der drei benachbarten Reihenhäuser verließen ihre Wohnungen, wie Neinniger berichtet. Unterstützung brauchte ihm zufolge eine Rollstuhlfahrerin, der die Feuerwehrleute halfen, nach draußen zu gelangen.

"Das war eine knappe Geschichte." Christian Leiberich, Kreisbrandmeister
Die Feuerwehren bekämpften den Brand zunächst von innen, erklärt Neininger. "Eine Riegelstellung im Nachbarhaus verhinderte, dass das Feuer übergreift." Das wäre fast geschehen, sagt Kreisbrandmeister Christian Leiberich, der ebenfalls vor Ort war: "Das war eine knappe Geschichte." Auch Neininger bestätigt: "Das Feuer war kurz davor, ins nebenstehende Haus durchzubrechen." Von außen erfolgte der Löschangriff ihm zufolge mittels zweier Drehleitern.

Rund 80 Feuerwehrleute waren Neininger und der Polizei zufolge mit 15 Fahrzeugen im Einsatz. Bis 2.30 Uhr in der Nacht dauerten die Arbeiten an. "In regelmäßigen Abständen haben wir mit der Wärmebildkamera Nachkontrollen vorgenommen", so Neininger. Der Vörstetter DRK-Ortsverein unterstützte den Einsatz und kümmerte sich um die Bewohner. Zwei weitere DRK-Ortsvereine harrten in Bereitschaft aus. Ein Bild der Lage machte sich am Samstagabend auch Bürgermeister Lars Brügner. Am Sonntag erklärte er auf BZ-Anfrage: "Ich bin zunächst sehr erleichtert, dass niemand verletzt wurde und es der Feuerwehr gelungen ist, die anschließenden Reihenhäuser vor den Flammen zu schützen."

Eine Familie hat ihre Wohnung verloren

Eine Familie hat durch den Brand ihr Zuhause verloren. Zwar brannte das Haus nicht komplett aus, allerdings gibt es, wie der Feuerwehrkommandant erläutert, in den unteren Geschossen Schäden durch Löschwasser und Brandgase. "Der Sachschaden an dem Gebäude wird sich im sechsstelligen Bereich bewegen", heißt es dazu im Polizeibericht. Die betroffene Familie kam Neiniger zufolge zunächst bei Bekannten unter. Die Bewohner der anderen Häuser konnten noch in der Nacht zurückkehren. Eines der angrenzenden Reihenhäuser sei durch das Feuer beschädigt worden, "allerdings nur minimal, so dass es weiter bewohnbar ist". Bürgermeister Brügner bietet der Familie, deren Haus den Flammen zum Opfer fiel, die Unterstützung der Gemeinde an. "Sehr dankbar bin ich in diesem Zusammenhang auch für die großartige Nachbarschaft, die sofort geholfen hat." Der Rathauschef ist froh, "dass wir über ein solch aktives ehrenamtliches Engagement in unserer Gemeinde verfügen – sei es die Nachbarschaft, das DRK oder die Feuerwehr." Überdies lobte er auch die überörtliche Unterstützung der anderen Feuerwehren.

Mit der Zusammenarbeit ist auch Kommandant Neininger sehr zufrieden, er bezeichnet sie als "hervorragend". Einen solchen Brand zu löschen sei für die Vörstetter Wehr nicht alltäglich. Neininger selbst ist zwar erst seit einigen Wochen Kommandant der Vörstetter Wehr, bringt allerdings viel Erfahrung mit, unter anderem als Kommandant bei einer Freiwilligen Feuerwehr in Freiburg, die öfters zu Wohnungsbränden gerufen wurde.

Dass der Einsatz gut gelungen ist, bestätigt Kreisbrandmeister Leiberich. "Das Zusammenwirken der Kräfte ist eingespielt, alles war durchstrukturiert." Den Einsatz der Wehrleute im Innern des Hauses bezeichnet er als knackig, "aber die Vörstetter haben das gut gemacht". Dass die Straße, in der die Feuerwehr löschen musste, ziemlich zugeparkt war, habe die Wehr wertvolle Zeit gekostet und die Arbeiten erschwert. Letztlich sei es aber gelungen, die Drehleitern gut in Stellung zu bringen. Auch er habe beim Eintreffen am Einsatzort sofort an den Brand in Offenburg denken müssen.