Russland meldet Nuklearunfall

dpa

Von dpa

Mo, 12. August 2019

Ausland

Mehrere Tote und Strahlung nach Panne bei Raketentest.

MOSKAU (AFP/dpa). Mit mehrtägiger Verzögerung haben die russischen Behörden Details zu einem atomaren Unfall bei einem Raketentest preisgegeben, der sich auf einem Militärstützpunkt am Weißen Meer ereignete. Nach am Sonntag vorliegenden Informationen kamen bei dem Vorfall am Donnerstag sieben Menschen ums Leben. Zunächst war von zwei, später von fünf Toten die Rede gewesen. Es gab zumindest vorübergehend eine erhöhte atomare Verstrahlung.

Der Unfall ereignete sich auf einer Plattform im Meer. Erst am Samstag wurde der atomare Charakter des Unglücks von den Moskauer Behörden eingeräumt. Die russische Atombehörde Rosatom teilte mit, seine Beschäftigten seien damit beauftragt gewesen, die "isotopische Energiequelle" für eine Rakete zu betreiben, die auf der Plattform getestet wurde. Als Treibstoff in Brand geraten sei, habe es eine Explosion gegeben, erklärte Rosatom der Agentur Tass zufolge. Nach Einschätzung von Jeffrey Lewis vom US-Institut für Internationale Studien in Middlebury dürfte es sich num eine atomar betriebene Rakete vom Typ 9M730 Burewestnik handeln. Diese Rakete, die im Februar erstmals vom russischen Präsidenten Wladimir Putin vorgestellt wurde, wird von der Nato als "SSC-X-9 Skyfall" bezeichnet.

Trotz der Erklärungen vom Verteidigungsministerium, der Atombehörde Rosatom und der Armee blieben Fragen. Neben der unterschiedlichen Zahl der Todesopfer gab es unterschiedliche Angaben zum Ausmaß der atomaren Verstrahlung, was in der betroffenen Region zu Panikkäufen von Jod-Tabletten führte.

Das Unglück ereignete sich auf dem Testgelände Nyonoska, rund 30 Kilometer von der Stadt Sewerodwinsk nahe Archangelsk entfernt. Am Wochenende erklärte Valentin Magomedow vom örtlichen Katastrophenschutz, die Verstrahlung habe während einer halben Stunde bei 2,0 Microsievert gelegen. Der reguläre Höchstwert beträgt 0,6 Microsievert pro Stunde.