Feuerwehr-Großeinsatz

Junger Mann löst Explosion in Obdachlosenunterkunft aus

Roland Vitt & Martin Wendel

Von Roland Vitt & Martin Wendel

Mo, 28. September 2020 um 20:07 Uhr

Sasbach

Der Verursacher des Brandes wurde leicht verletzt. Vermutlich wurde beim Hantieren mit Feuerwerkskörpern eine Explosion ausgelöst. Die Polizei stellte auch mehrere Waffen im Haus sicher.

Einsatz statt Jahresrückblick: Die Sasbacher Gesamtwehr wollte am Samstagabend in der Limburghalle gerade mit ihrer Jahreshauptversammlung beginnen, als sie zu einem Brandeinsatz alarmiert wurde. Laut Mitteilung der Polizei hatte ein junger Mann gegen 18.40 Uhr vermutlich beim Hantieren mit Feuerwerkskörpern eine Explosion ausgelöst, in deren Folge das Wohnhaus am Rhein in Brand geriet.

Der junge Mann wurde leicht verletzt in eine Klinik nach Freiburg gebracht. Die Feuerwehr konnte den Brand mit starken Kräften unter Kontrolle bringen und löschen. Das Haus wird vorerst unbewohnbar bleiben. Auch der Rettungsdienst war stark vertreten, wurde aber zum Glück nicht für weitere Personen benötigt. Im Brandobjekt stellte die Polizei mehrere Waffen sicher. Der Polizeiposten Endingen ermittelt. Im Raum stehen neben Brandstiftung, die gegebenenfalls fahrlässig verursacht wurde, auch Verstöße gegen das Waffengesetz.

Gesamtwehrkommandant Jan Timm stand kurz vor 19 Uhr bereits am Rednerpult und wollte gerade die Generalversammlung der Gesamtwehr eröffnen, als die Meldeempfänger Alarm schlugen: Wohnungsbrand in der Obdachlosenunterkunft am Rhein.

Im Nu war die Limburghalle leer. Die Feuerwehrleute eilten in ihre Gerätehäuser, schlüpften in ihre Einsatzkleidung und rückten zur Einsatzstelle aus. Die Feuerwehr Jechtingen mit Abteilungskommandant Ralf Ehrlacher war mit dem Einsatzfahrzeug nach Sasbach gekommen und binnen wenigen Minuten als Erste am Einsatzort. Die Abteilungen Sasbach und Leiselheim folgten.

Als die Abteilung Jechtingen vor Ort ankam, stand die Wohnung bereits im Vollbrand. Noch auf der Hinfahrt hatte sich ein Atemschutztrupp einsatzbereit gemacht. Sofort wurde eine Schlauchleitung aufgebaut. Man wusste um Personen im Haus, aber nicht wie viele es waren. Die Menschenrettung stand im Vordergrund.

Ein Trupp drang sofort unter Atemschutz mit einem C-Rohr unter starker Absicherung ins Haus ein. Eine Person, die man verletzt vorfand, wurde dem Notarzt übergeben, der für den Transport in die Uni-Klinik nach Freiburg sorgte.

Die Löschwasserversorgung stand, den Wohnungsvollbrand hatte man schnell unter Kontrolle. Als das Feuer gelöscht war, durchsuchten weitere Atemschutztrupps das Gebäude nach eventuellen weiteren Personen. Um 19.45 Uhr meldete Einsatzleiter Jan Timm "Feuer aus". Mit einer Wärmebildkamera wurde das Brandobjekt nach eventuellen Glutnestern abgesucht.

Die Feuerwehr war mit 50 Mann und fünf Fahrzeugen im Einsatz. Das DRK war mit Helfern aus den Ortsvereinen Jechtingen, Leiselheim und Wyhl vor Ort – inklusive Rettungsdienst waren es 21 Helfer. Die Abteilung Jechtingen übernahm die Brandwache.

Kreisbrandmeister Leiberich lobte den Einsatz der Gesamtwehr. "Dank des beherzten Eingreifen aller Feuerwehrleute konnte Schlimmeres verhindert werden."

Nach Abschluss des Einsatzes nahmen die Mitglieder der Gesamtwehr einen erneuten Anlauf zur Generalversammlung (die BZ berichtet noch).