Nach Streich-Rempler

SC Freiburg legt Einspruch gegen Grifos Drei-Spiele-Sperre ein

dpa

Von dpa

Do, 14. November 2019 um 11:32 Uhr

SC Freiburg

David Abraham und Freiburgs Trainer Christian Streich sehen sich vor dem DFB-Sportgericht wieder. Auch Grifo muss persönlich dort erscheinen. Beide Bundesligisten wehren sich gegen die Sperren.

Das Gremium hat Abraham zwar für sieben Wochen gesperrt, doch der hessische Bundesligist legt Einspruch gegen das Urteil ein. Jetzt muss in der Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes nachverhandelt werden. Dies gilt auch im Fall von Vincenzo Grifo. Gegen seine Drei-Spiele-Sperre hat der SC Freiburg Einspruch eingelegt.

"Eintracht Frankfurt und der Spieler werden gegen diese Entscheidung Einspruch einlegen, um David Abraham die Möglichkeit zu geben, sich im Rahmen eines mündlichen Verhandlungstermins vor dem DFB-Sportgericht persönlich zu dem Geschehen in Freiburg zu äußern", teilte die Eintracht am Mittwoch mit. Abraham war in der Nachspielzeit der Partie der Frankfurter am vergangenen Sonntag beim SC Freiburg (1:0) des Feldes verwiesen worden, nachdem er Streich in dessen Coaching-Zone aus vollem Lauf zu Boden gecheckt hatte.

Freiburgs Vincenzo Grifo wurde für drei Spiele gesperrt. Betroffen sind die Auswärtspartien in Leverkusen (23.11.) und Gladbach (1.12.) sowie das Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg (7.12.) Grifo war wie die komplette SC-Bank nach dem Bodycheck aufgesprungen, hatte beim anschließenden Getümmel Abraham ins Gesicht gegriffen und ebenfalls Rot von Schiedsrichter Felix Brych (München) gesehen. Der DFB wertete Grifos Aktion als "Tätlichkeit gegen den Gegner nach einer zuvor an ihm begangenen sportwidrigen Handlung". Auch die Freiburger kündigten Einspruch an, so dass es zu einer mündlichen Anhörung kommen wird.

Abrahams Sperre soll vom 10. November bis einschließlich 29. Dezember laufen, demnach wäre die Hinrunde für ihn wie erwartet gelaufen. Zudem muss der 33-Jährige eine Geldstrafe in Höhe von 25.000 Euro zahlen. Der 54-jährige Streich war bei dem Vorfall unverletzt geblieben und hatte die Entschuldigung Abrahams angenommen.

"Wir müssen das einordnen und runterfahren." Christian Streich
Noch am gleichen Abend twitterte die Social-Media-Abteilung der Eintracht ein Foto, auf dem sich Abraham und Grifo in der Kabine strahlend die Hand geben. Streich hatte erst am Dienstagabend nach der schlagzeilenträchtigen Szene erneut zur Gelassenheit aufgerufen. "Wir müssen das einordnen und runterfahren", sagte der SC-Coach bei einer Veranstaltung mit Schauspieler Matthias Brandt in Freiburg.

Abraham sei "kein böser Mensch, er ist ein netter Kerl". Außerdem sagte Streich, es sei "abartig", dass er erneut "in so einen Scheiß involviert" sei: "Aber es gibt gewisse Dinge, die sind unvermeidlich." Allerdings gilt Abraham nicht als Unschuldslamm der Bundesliga. 2016 schlug er Hoffenheims Sandro Wagner den Ellbogen an den Kopf, kam aber ohne Karte und auch nachträgliche Sperre davon. Diesmal sprach das DFB-Sportgericht von einer "Tätlichkeit".

Den Rekord für eine Liga-Sperre hält der ehemalige Freiburger Lewan Kobiaschwili. Er verpasste während seiner Zeit bei Hertha BSC dem Schiedsrichter 2012 nach dem Relegationsspiel der Berliner gegen Düsseldorf einen Faustschlag an den Hinterkopf. Kobiaschwili wurde für siebeneinhalb Monate gesperrt.