Schachmann bleibt das Happy End verwehrt

dpa

Von dpa

Fr, 11. September 2020

Radsport

Trotz eines nicht verheilten Schlüsselbeinbruchs fährt der Deutsche bei der zwölften Tour-Etappe auf Rang sechs / Marc Hirschi siegt.

Allen Schmerzen zum Trotz schmiss sich Maximilian Schachmann (Team Bora Hansgrohe) in die Kurven und ging jede Attacke mit, doch das Happy End blieb dem tapferen Berliner verwehrt. 26 Tage nach seinem Schlüsselbeinbruch verpasste der deutsche Ex-Meister seinen ersten Etappensieg bei der Tour de France und musste sich mit einem sechsten Platz zufriedengeben. Stattdessen holte sich der junge Schweizer Marc Hirschi vom deutschen Sunweb-Team am Donnerstag den Sieg in Sarran, wo 19 Jahre zuvor schon Jens Voigt seinen ersten Triumph bei der Frankreich-Rundfahrt gefeiert hatte. Hirschi siegte auf der längsten Etappe der diesjährigen Tour nach 218 Kilometern mit 47 Sekunden vor dem Franzosen Pierre Rolland (Team Vital Concept) und 52 Sekunden vor dem Dänen Sören Kragh Andersen (ebenfalls Sunweb).

Doch der Auftritt von Schachmann war famos, zumal sein Schlüsselbeinbruch von der Lombardei-Rundfahrt noch gar nicht ausgeheilt ist. Doch der große Kampf wurde nicht belohnt, 52 Sekunden hinter Hirschi erreichte Schachmann das Ziel. Damit wartet der deutsche Radsport weiterhin auf den ersten Tour-Etappensieg seit John Degenkolb vor zwei Jahren in Roubaix.

Rund 40 Kilometer vor dem Ziel war Schachmann in einer sechsköpfigen Gruppe ausgerissen. Am Anstieg zum Suc au May, einem Berg der ersten Kategorie, konnte sich der erst 22-jährige Hirschi absetzen. Schachmann und der Spanier Marc Soler machten sich auf die Verfolgung, schafften es aber nicht und wurden stattdessen von der Gruppe um den französischen Star Julian Alaphilippe eingeholt. Nur der Schweizer hielt alle auf Distanz und durfte nach einem zweiten Platz in Nizza und Rang drei in Laruns erstmals jubeln. Der in Freiburg lebende und aus Berlin stammende Simon Geschke (CCC Team) beendete die zwölfte Etappe auf dem 155 Rang. In der Gesamtwertung ist er nun 87.

Den Favoriten auf den Gesamterfolg war der Ausreißer-Sieg ganz recht, mussten sie doch vor der schwierigen Bergetappe keine zusätzlichen Kräfte vergeuden. Damit wird der slowenische Spanien-Rundfahrt-Gewinner Primoz Roglic (Team Jumbo) auch am Freitag zum vierten Mal in Serie das Gelbe Trikot tragen. Der frühere Skispringer liegt 21 Sekunden vor Titelverteidiger Egan Bernal (Kolumbien/Ineos Grenadiers) und 28 Sekunden vor Guillaume Martin (Frankreich/Solutions Credits).

Unterdessen wurden die strikten Corona-Regeln ein wenig entschärft. Wenn am zweiten Ruhetag die nächsten Kontrollen vorgenommen werden, müssen die vier Rad-Teams mit einem Positivfall im Betreuerstab bei einer weiteren Infektion nicht direkt das Rennen verlassen. Demnach fangen alle 22 Rennställe wieder bei Null an. Es gilt dann aber weiterhin, dass zwei Positivfälle zum Ausschluss des ganzen Rennstalls führen.

Bei der ersten Testreihe am ersten Ruhetag waren Betreuer aus den Mannschaften der Topfahrer Egan Bernal, Guillaume Martin, Romain Bardet (AG2R La Mondiale) und Adam Yates (Mitchelton-Scott) positiv getestet worden. Auch Tour-Chef Christian Prudhomme hatte einen auffälligen Befund und musste das Rennen vorerst verlassen.

13. Etappe, Freitag: Chatel-Guyon – Puy Mary (191,50 Kilometer/Bergetappe im Zentralmassiv mit Zielort in 1589 Metern Höhe).