Da klingt’s und singt’s im Dorf

Reinhard Cremer

Von Reinhard Cremer

Mo, 20. Mai 2019

Schallbach

Gelungener Auftakt der Kulturtage mit dem Gesangverein.

SCHALLBACH. Wie schon in den drei Jahren zuvor, gehört auch ein Auftritt des Gesangvereins Schallbach zum Programm der Schallbacher Kulturtage. Am Samstag hatte der Gesangverein dazu in die Peter und Paul Kirche geladen. Eröffnet worden war die vierte Auflage der Kulturtage bereits am Tag zuvor mit einer sehr gut besuchten Vernissage (wir berichten noch ausführlich) zur Ausstellung "wort los". Unter diesem Titel präsentieren Gaby Roter und Cerstin Thiemann Werke zum Thema Fisch, dem christlichen Symbol aus den Anfängen der Christenheit.

Der Vortrag des Gesangvereins wurde zwischen den einzelnen Gesangsblöcken immer wieder ergänzt durch eine Fotopräsentation zum Thema "Schallbach im Wechsel der vier Jahreszeiten". Fotografiert hatten die sehr gelungenen Impressionen Bettina Kiefer und Monika Grether. Neben Aufnahmen aus dem Dorf und aus der Natur kamen auch Fotografien vom Gemeinschaftsleben des Chores zur Geltung.

Das Programm des Gesangvereins unter der Leitung von Alexander Sehringen bestand streng genommen aus zwei thematischen Teilen – ohne aber, dass diese Trennung deutlich verbalisiert wurde. Wobei ohnehin auf eine Moderation verzichtet wurde.

So kamen in den ersten Blöcken neben "Sierra Madre del Sur" unter anderem Titel wie "Conquest of Paradise", welches der Boxer Henry Maske für seinen Einmarsch zum Weltmeisterschaftskampf im Jahre 1994 verwendete, "Memory" aus dem Musical "Cats" oder auch der dramatische Aufruf "Hört ihr, wie das Volk erklingt" aus "Les Misérables" zum Vortrag.

Geplant war ursprünglich mit "Hanging Tree" auch ein Soloauftritt des Jugendchores. Da jedoch einige Mitglieder unpässlich waren, musste unter anderem mit "Adiemus", bekannt geworden als Melodie zu einem Werbespot, lediglich mit Auftritten gemeinsam mit dem Chor vorlieb genommen werden.

In den beiden letzten Gesangsblöcken widmete sich der Chor dann ganz Liedern religiösen Inhaltes. Sehr ausdrucksstark und vom Chor auch mit leichten rhythmischen Bewegungen begleitet fanden die beiden Zugaben "I will follow him", in dem die gängigen Moralvorstellungen der 1950er und 1960er Jahre, wonach sich Frauen den Männern unterzuordnen hatten, und der Gospelsong "Oh happy Day", der 1969, gesungen von den Edwin Hawkens Singers, die Hitparaden stürmte, regen Zuspruch beim Publikum. Einen Sonderapplaus erhielt Anni-Gerda Schneider aus dem Jugendchor, die bei "Oh happy Day" als Solistin auftrat.

Abgerundet wurde der von den Besuchern in der nicht ganz gefüllten Peter und Paul Kirche mit kräftigem Applaus bedachte Auftritt mit einem anschließenden Apéro und schmackhaften Canapés.

Der gestrige Gottesdienst wurde von Barbara Hanemann gehalten, die auch im Organisationsteam der Kulturtage mitwirkt. Begleitet wurde er von der Gospelband "Blue Grass Spirit". Auch hier trafen sich die Gemeindemitglieder anschließend zu einem Apéro in und vor der Kirche.

Für die musikalische Umrahmung der Vernissage am Freitag hatte Gerrit Walter gesorgt. Im Dreiländereck bekannt ist der jetzt in Straßburg lebende Lyriker und Musiker mit seinem Duo "Song and Dance Band". Premiere hatte eine speziell für die Ausstellung geschriebene, auf der E-Gitarre vorgetragene Komposition. An Wellen, Wolken und Wörten vorbei tobte sein Wort- oder auch Flaggschiff. Gedankenfetzen reihten sich aneinander. Mal satzreich, mal im Stakkato. Wie eine Symphonie in Worten, der man erst am Ende Beifall spenden durfte. Was das Auditorium dann auch kräftig tat.