Schnelle Beine und Schmerzen

dpa

Von dpa

Di, 01. September 2020

Radsport

Caleb Ewan gewinnt zum vierten Mal eine Tour-Etappe / Andre Greipel derzeit kein Sieg-Fahrer.

(dpa/BZ). Unter Mithilfe von "Lokomotive" Roger Kluge ist Sprintstar Caleb Ewan zu seinem vierten Tour-de-France-Etappensieg gerast. Sein sturzgeplagter Vorgänger André Greipel hat sich dagegen angesichts der Schmerzen von allen Träumereien vorerst verabschiedet.

Der Australier Ewan vom Team Lotto-Soudal holte sich am Montag auf dem dritten Teilstück nach 198 Kilometer von Nizza nach Sisteron in 5:17:42 Stunden den Sieg vor dem zeitgleichen Iren Sam Bennett (Team Deceuninck-Quick-Step) und dem Italiener Giacomo Nizzolo (NTT Pro Cycling Team). Eine schöne Entschädigung für das Lotto-Soudal-Team, nachdem am ersten Tag Ewans prominente Kollegen John Degenkolb und Philippe Gilbert aus Belgien das Rennen nach Sturzverletzungen verlassen hatten.

Ewan hatte 2019 Greipel beim belgischen Rennstall abgelöst. Für den deutschen Altstar ist der Traum vom zwölften Tour-Etappensieg dagegen ganz weit weg. "An Sprinten ist momentan nicht zu denken. Ich muss sehen, dass ich ins Ziel komme", sagte der 38-Jährige, der nach seinem Sturz am Samstag mit vier Stichen genäht worden war.

Die Ovationen am Straßenrand gehörten aber vornehmlich dem französischen Liebling Julian Alaphilippe, der am Sonntag triumphiert hatte und wie im Vorjahr ins Gelbe Trikot geschlüpft war. "Die Fete kann beginnen", schrieb das Tour-Organ L’Equipe und rechnete bereits vor, wie lange diesmal die Reise in Gelb andauern könnte. 2019 hatte Alaphilippe 14 Tage lang das Gelbe Trikot getragen, diesmal könnte es zumindest bis zu den Pyrenäen reichen. Auch wenn die Gesamtwertung nicht das Ziel sei, werde er das Gelbe Trikot mit Ehre verteidigen.

Am Montag war sein Spitzenrang – Alaphilippe liegt vier Sekunden vor dem Briten Adam Yates (Team Mitchelton-Scott) und sieben Sekunden vor dem Schweizer Marc Hirschi (Team Sunweb) – nicht in Gefahr. Der Franzose erreichte mit dem Hauptfeld das Ziel, genauso wie die Topfavoriten um Vorjahressieger Egan Bernal aus Kolumbien. Auch Emanuel Buchmann konnte für die erste Bergankunft am Dienstag Kräfte sammeln. "Bei 100 Prozent bin ich noch nicht, aber ich bin zufrieden. Von den Schmerzen merke ich fast nichts mehr. Ich bin optimistisch", sagte der Vorjahresvierte aus Ravensburg, der den vielen Stürzen an den ersten beiden Tagen aus dem Weg gegangen ist.

Diesmal lief alles glatt, auch wenn die Fahrer auf dem Weg nach Sisteron wieder Regen begleitete. Nachdem der letzte Ausreißer Jérôme Cousin 16 Kilometer vor dem Ziel eingeholt war, kam es zum erwarteten Sprint. Dort konnte Greipel nicht mitmischen. Sein letzter Tour-Etappensieg liegt inzwischen schon vier Jahre zurück – damals in Paris. Überhaupt wartet der Mann vom Team Israel Start-Up Nation nun schon seit 19 Monaten auf einen Erfolg.

Der in Freiburg lebende Simon Geschke(CCC Team) kam als 129. ins Etappenziel – 1:11 Minuten hinter dem Sieger. In der Gesamtwertung ist Geschke 102. – 18:20 Minuten hinter Alaphilippe.

4. Etappe, Dienstag: Sisteron – Orcières-Merlette (160,5 Kilometer/Bergankunft).