Schnuppern am Podest

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 29. Juli 2020

Radsport

Kunstradfahrerin Alisa Lais vom RSV Wallbach bei der Landesmeisterschaft auf dem vierten Platz.

(BZ). Auf dem Weg zurück in den Wettkampfmodus hat sich die Sparte der Kunstradfahrer durchaus kreativ gezeigt. Um die Hürden dieser Tage zu meistern, maß sich die Riege zuletzt auch virtuell: Per Live-Übertragung im Internet boten die Sportler ihre Programme dar, die Jury gab online Bewertungen ab. Ein Modell, das generell Vorteile bietet: es lassen sich Fahrten und Unterkünfte, Zeit und Geld sparen. Klingt nach Zukunftspotenzial. Doch der soziale Aspekt des Sports – Kennenlernen, Zusammenhalt, unmittelbares Wetteifern – würde leiden. Und die Konkurrenz live zu erleben, bietet doch noch einmal andere Blickwinkel und Erkenntnisse.

Für die Kunstradfahrer kehrte mit der baden-württembergischen Meisterschaft der Elite in Ravensburg wieder ein Stück Normalität zurück. Die besonderen Umstände der Pandemie waren jedoch sichtbar: keine Zuschauer, markierte Trainingsbereiche, verschlossene Umkleideräume. Und bei der Siegerehrung der Frauen-Elite hatte sich Alisa Lais vom RSV Wallbach mit der obligatorischen "Mund-Nasenbedeckung" in vorgeschriebenem Abstand zu ihren sieben Konkurrentinnen aufgestellt.

Als Viertplatzierte stand die 23-jährige Schopfheimerin mit lilafarbenem Mundschutz vor einem der drei Podeste. Mit 179,50 Zählern war sie als Viertbeste im Einer eingereicht, sie fuhr 165,20 aus und blieb nur 4,52 Zähler hinter dem dritten Rang. Leistung und Ergebnis sorgten für allgemeine Zufriedenheit im Hause Lais. "Nach dieser doch schwierigen Vorbereitung konnte sie ihr Programm gut zeigen", resümierte Mutter und Trainerin Claudia Lais, obgleich nach acht Monaten Wettkampfpause "die Aufregung doch etwas größer war".

Während ihrer Kür hatte Alisa Lais, deren jüngere Schwester Anne (20) verletzungsbedingt passen musste, ein paar Punkte eingebüßt: durch einen Sturz zu Beginn sowie bei einer Drehung, "die nicht voll gewertet wurde", wie Claudia Lais erklärte. So schien ein Podestplatz realistisch, "aber ansonsten hat alles gut geklappt", zeigte sich Claudia Lais zufrieden. "Auf diesem Programm werden wir weiter aufbauen."

Die Qualifikation für die German Masters Serie – 120 Punkte waren gefordert – stellte keine Herausforderung dar. Fraglich ist, ob das Turnier im Herbst stattfinden wird. Zumindest ist der RV Öhringen (bei Heilbronn) bemüht, den Start der ursprünglich dreiteiligen Serie zu realisieren. Für die Kunstradsparte wäre es der nächste Schritt zurück in den Sportalltag.