Tradition

Entgegen aller Unkenrufe kann am 29. und 30. Juni in Schopfheim wieder das Städtlifest gefeiert werden

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

So, 16. Juni 2019 um 13:00 Uhr

Schopfheim

Es stand nicht gut um die Zukunft des Städtlifests. Mit Roland Steinebrunner ist nun ein Organisator gefunden, der Unterstützung erfährt. Am 29. und 30. Juni kann deshalb gefeiert werden.

Nach dem Städtlifest im vergangenen Jahr stand es nicht gut um die Zukunft der Traditionsveranstaltung. Die teilnehmenden Vereine klagten über hohe Gebühren und Auflagen und eine stetig schwindende Helferschar. Am Ende des Festes hatten einige Vereine sogar noch ein Minus in der Kasse. Viele Beobachter hatten der Veranstaltung deshalb schon das Totenglöckchen geläutet. Dass in zwei Wochen in Schopfheim wieder das Städtlifest gefeiert wird, liegt nicht zuletzt an Roland Steinebrunner und seinem engagierten Organisationsteam. Der Fahrnauer Oberschützenmeister hat mit seinen Helfern dem Fest nicht nur neues Leben eingehaucht, er hat auch noch viele frische Ideen für die Zukunft. 14 Tage vor dem Fest zieht Steinebrunner eine durchweg positive Bilanz: "Ich bin sehr zufrieden mit dem Organisationsteam. Alle haben angepackt. Das war für mich aber auch die Voraussetzung, den Job zu übernehmen", lobt er. 13 Vereine konnten die Organisatoren für das Fest gewinnen. Es wird 19 Stände geben – darunter auch ein Kinderkarussell und einen Eisverkäufer. Mehrere DJs, Bands und Musikvereine sorgen für Unterhaltung. Besonders freut sich Steinebrunner darüber, dass viele lokale Firmen als Sponsoren gewonnen werden konnten.

Vereine sorgen selbst für Ordnung

Auch für die große Tombola mit einem Hauptpreis im Wert von 1000 Euro habe es reichlich Gönner und Spender gegeben. Die Kritik am Schopfheimer Ordnungsamt, wegen zu viel Bürokratie und ausufernden Auflagen, teilt Steinebrunner ausdrücklich nicht. "Es ist für mich selbstverständlich, dass es Vorgaben gibt", sagt der Chef-Organisator: "Die Zusammenarbeit mit Ordnungsamtschefin Cornelia Claßen hat wunderbar funktioniert. Wenn man miteinander schwätzt und sich dann auch noch versteht, kann man viel erreichen." Eine Ordnungsstreife vom Amt werde dieses Jahr nicht auf dem Fest präsent sein. Für Ordnung sorgen die Vereine selbst – sie müssen Ordner aus ihren eigenen Reihen stellen, die während der zwei Festtage nach dem Rechten sehen und bei Konfliktsituationen deeskalieren sollen. "Natürlich sehen wir auch ständig im engen Kontakt mit Polizei, Feuerwehr und DRK, falls wirklich was Ernstes passiert", betont Steinebrunner. Auch für Bürgermeister Dirk Harscher findet Steinebrunner nur lobende Worte: "Er hat immer ein offenes Ohr. Man merkt, dass er ein Freund der Vereine ist." Seitens der Stadt haben die Organisatoren diesmal beim Fest offenbar die Unterstützung erhalten, die in der Vergangenheit schmerzlich gefehlt hatte.

Zukunftsvision: Städtlifest mit Kunst und Kultur

Der Bauhof verlegt kostenlos Wasser- und Stromanschlüsse – für den Verbrauch müssen die Vereine selbst aufkommen. Das wirke kostensenkend, denn die Vereine müssten am Ende ein Plus in der Kasse haben, so Steinebrunner. Der pensionierte Maschinenschlosser hat noch viele Ideen für die Zukunft, die er dieses Jahr im ersten Anlauf, noch nicht verwirklichen konnte. Beispielsweise kann er sich gut vorstellen, das Fest mit einem verkaufsoffenen Sonntag zu kombinieren. Gerne würde er auch das Fest stärker Richtung Altstadt verlegen. "Ich stelle mir ein Städtlifest vor, an dem nicht nur gegessen und getrunken wird, sondern auch Kunst und Kultur ihren Platz finden", erklärt er seine Vision. Bei so viel Enthusiasmus kann eigentlich nicht mehr viel schief gehen. Nur auf eines haben die Organisatoren natürlich keinen Einfluss: "Das Einzige, was wir nicht planen können, ist das Wetter", sagt Roland Steinebrunner schmunzelnd.
Termin: Das Schopfheimer Städtlifest findet am Samstag und Sonntag, 29. und 30. Juni, auf dem Marktplatz und der Altstadt statt.