Schüler holen sprachliche Rückstände nach

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Do, 18. November 2021

Schönau

Projekt der Pädagogischen Hochschule Freiburg an der Buchenbrandschule in Schönau / Landratsamt will Pilotprojekt ausdehnen.

(BZ). Die Corona-Pandemie trifft Kinder aus sozial benachteiligten Familien in ihrem Spracherwerb besonders hart. Das Projekt "Bildungsinitiative Sprachbrücken" der Pädagogischen Hochschule (PH) Freiburg hilft Schülern, coronabedingte Lernrückstände aufzufangen. In den Herbstferien startete es in der Schönauer Buchenbrandschule erfolgreich, teilte die Schule mit. Es werde zum Leuchtturm für die Region. Die sprachliche Bildung von Kindern sei eine zentrale Aufgabe der Bildungsinstitutionen. "Je früher, desto besser", betont Barbara Geist, Sprachdidaktikerin an der PH Freiburg, und denkt neben den Kitas auch an Grundschulen.

Konzipiert wurde das Projekt auf Initiative von Barbara Geist (PH Freiburg) und Nadine Anskeit (PH Karlsruhe) mit sechs Deutschdidaktiker/-innen aus vier Pädagogischen Hochschulen. In Schönau wurde das Konzept unter geisteswissenschaftlicher Leitung realisiert. Vier Lehramtsstudierende der PH Freiburg sind seit den Herbstferien aktiv. Die Sprachförderung findet vorerst zwei Mal wöchentlich bis Ende Februar 2022 statt. 17 Kinder werden damit gefördert.

Das Ziel ist eine bedarfsorientierte und individualisierte Sprachförderung für die Kinder der ersten bis vierten Klasse mit Deutsch als Zweitsprache. Für Geist sei es wichtig, "dass auf den mehrsprachlichen Fähigkeiten und Interessen der Kinder aufgebaut wird". Dass Sprachbrücken in Schönau realisiert werden kann, sei Anna Gaßmann von der Caritas zu verdanken. Mit im Boot sind neben der Rektorin Andrea Krämer von der Buchenbrandschule auch Laura Rössler (Landratsamt Lörrach) und das Schulamt Lörrach. Bernd Mugrauer (Schulamt) lobte die vorbildliche Zusammenarbeit und optimale Umsetzung des Netzwerkgedankens.

In den Herbstferien wurde das Buch "Frederick" mithilfe eines Erzähltheaters vorgestellt. Durch das gemeinsame Arbeiten bekamen die Studierenden schnell Zugang zu den Kindern und bauten Beziehungen auf. Im Hintergrund erheben sie den Sprachstand der Kinder, um eine passgenaue Sprachförderung anzubieten. Jedes Kind wird mit seinen sprachlichen Fähigkeiten im Spracherwerb unterstützt. "So wird auch die psychosoziale Entwicklung gefördert", freut sich Gaßmann. Schulleiterin Krämer erläutert das Potenzial: "Für unsere Schüler und Schülerinnen ist es eine Chance, durch vielfältige Herangehensweisen ihre deutschen Sprachkenntnisse zu erweitern und zu festigen." Die Schüler und Schülerinnen seien begeistert dabei. Die Sprachbrückenstunden finden nach dem regulären Unterricht statt. Rössler bezeichnet die Initiative laut der Mitteilung als Pilotprojekt, das man gerne im Kreis Lörrach ausweiten wolle. "Ich freue mich, dass es uns gelungen ist, das Projekt in Schönau durchzuführen und damit gezielt die Entwicklung der Kinder zu unterstützen und zu stärken."

Mugrauer hebt hervor, dass durch das Projekt Studierende auf die hiesige Region aufmerksam gemacht und Anreize geschaffen würden, mehr Lehrpersonen in ländliche Gegenden zu bringen, wo die Personalversorgung bisweilen schwierig sei. In Bezug auf alle gebauten Brücken zwischen Freiburg und Schönau sowie alle entstehenden Sprachbrücken zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit, Erst- und Zweitsprachen, Alltags- und Bildungssprache betont er: "Das ist wirklich ein Leuchtturmprojekt!"