Die B 31 West bleibt weiterhin ein Sorgenkind

bex

Von bex

Fr, 16. Mai 2014

Schülertexte

Warum die Bauarbeiten bis Breisach noch immer ruhen / Ein Gespräch mit Eckhard Herych von "B 31 – es geht auch anders".

Die Bundesstraße 31 geht bereits von Lindau bis Gottenheim, ursprünglich sollte sie bis Breisach gebaut werden. Der Weiterbau der B 31 West wird durch viele Probleme verhindert. Eckhard Herych, Gründer der Bürgerinitiative "B 31 – es geht auch anders" von Ihringen und Wasenweiler, gibt Auskunft über die Probleme, warum nicht weitergebaut wird und wie, ginge es nach ihm, weitergebaut werden sollte.

Vor vielen Jahren wurde die B  31 geplant und begonnen, sie sollte über den Schwarzwald bis Breisach, über den Rhein nach Frankreich führen. Als Bauende war 2010, 2012 geplant. Die Straße sollte ursprünglich an Bötzingen, Wasenweiler und Ihringen beziehungsweise Merdingen vorbeiführen. Momentan stocken die Bauarbeiten bei Gottenheim.

Die Bürger wussten nicht, was auf sie zukommt

Für die Trassenführung der Straße gibt es zwei grobe Möglichkeiten. Die Nordvariante führt direkt an Wasenweiler und Ihringen und die Südvariante zwischen Merdingen und Ihringen vorbei bis nach Breisach. 1996 war der erste Informationsabend des Bauträgers zum Plan der B  31 West von Gottenheim nach Breisach. Doch dabei wurden laut Herych die Bürger nicht ausreichend informiert, über das, was auf sie zukommt. Nach mehreren Untersuchungen und Planfeststellungen des Regierungspräsidiums wurde die Nordvariante knapp bevorzugt. Dieser Plan wurde von Herych mit seiner Bürgerinitiative infrage gestellt und gestoppt, da die Entscheidung nicht schlüssig und nachvollziehbar gewesen sei. Jetzt wurde die Südvariante in Betracht gezogen. Herych habe in 2500 Seiten Planungsunterlagen mehr als 500 Einwände gefunden. Diese ergeben sich laut Herych aus der teilweise fehlerhaften, veralteten Planung sowie Aspekten des Natur- und Lärmschutzes wie des Neubaugebiets in Wasenweiler.

Zum Weiterbau der B 31 gibt es grob vier Positionen. Die Erste ist aus Naturschutzgründen komplett gegen einen Weiterbau, denn der Plan führt die Straße durch ein Sumpf- und Waldgebiet mit Wildtieren. Die Zweite wird vor allem von Bötzingern und Gottenheimern vertreten, die eine Ortsumfahrt wollen. Dazu gehören auch zwei große Bürgerinitiativen: "Weiterbau der B 31 West sofort!" und "Go-West". Diese Meinung vertreten aber nicht nur Gottenheim und Bötzingen, sondern fast alle Beteiligten. Für die Nordvariante stehen vor allem Bürger von Merdingen. Sie lehnen die Südvariante ab, da sie zu nah an Merdingen vorbeiführt, und weisen darauf hin, dass die Nordvariante kostengünstiger und kürzer sei. Anders als die Bürger von Wasenweiler und Ihringen, die die Südvariante bevorzugen.

Dazu gehört auch Herych mit seiner Bürgerinitiative "B 31 – es geht auch anders", die der Meinung ist, die Nordvariante sei um Einiges näher an Wasenweiler und Ihringen als die Südvariante an Merdingen. Herych sagt, dass man die Mehrkosten der Südvariante noch gar nicht richtig einschätzen kann und voraussichtlich nur 100000 Euro an Mehrkosten entstünden, was zu vernachlässigen sei bei Gesamtkosten von 30 Millionen Euro.

Lage auf einem Feuchtgebiet erschwert die Bauarbeiten

Die Strecke, auf der die Nordvariante gebaut werden sollte, liegt auf einem Feuchtgebiet, was die Bauarbeiten erschwerten. Geplant ist auf jeden Fall eine Bundesstraße, was nicht ideal ist, sagt Herych. Bei einer Umgehungsstraße könnten die Umwelt- und Bürgerinteressen besser beachtet werden. Zusätzlich gebe es auch noch das Problem, dass Lkw, die auf der neuen B 31 West Maut zahlen müssten, dann trotzdem durch die Dörfer fahren würden, um Geld zu sparen, was den Dörfern Lärm und Gestank bringe.

In einem seien sich alle Beteiligten einig: Es muss eine Straße gebaut werden, die umwelt- und menschenverträglich ist und für die Mehrheit tragbar. Momentan könne man nur warten, bis das Regierungspräsidium eine Entscheidung getroffen hat.