Ein umstrittenes Tier

Moritz Kreher, Klasse 9a,

Von Moritz Kreher, Klasse 9a &

Fr, 16. Mai 2014

Schülertexte

Wiederansiedlung des Luchses im Schwarzwald wird diskutiert.

Seit mehreren Jahren gibt es im Schwarzwald immer mal wieder Hinweise auf die Anwesenheit eines Luchses. Im Juni 2013 wurde ein Luchs bei Gündelwangen gefunden. Eine Wiederansiedlung des Tieres wird unter Jägern kontrovers diskutiert.

Phillip Löffler, Jäger und ehemaliger Revierförster am Blauen im südlichen Schwarzwald, hält eine Wiederansiedlung für wünschenswert und sieht dies als eine Chance der Bereicherung im Sinne der Artenvielfalt.

Es gibt jedoch auch Jäger, die den Luchs als störende Konkurrenz empfinden. Theoretisch wäre eine Zuwanderung aus verschiedenen Gebieten möglich, zum Beispiel aus dem Jura, dem Bayrischen Wald oder aus den Vogesen. Die Einwanderung wäre jedoch für die Tiere sehr kräftezehrend und deshalb meinen Experten, dass eine feste Luchspopulation nur durch eine gezielte Wiederansiedlung möglich sei. Der Luchs benötigt ein vergleichsweise großes Jagdrevier, 150 bis 200 Quadratkilometer und das würde für den aktuellen Wildbestand keine Gefahr bedeuten. Der Schwarzwald mit seinen großen und noch zusammenhängenden Waldgebieten stellt für den Luchs einen optimalen Lebensraum dar.

Der Luchs bedeutet in den Augen vieler eine Gefahr für Mensch und Tier, sodass es sogar Gegner im ländlichen Raum gibt. Diese Ansicht teilt Phillip Löffler nicht. Er beschreibt den Luchs als einen scheuen Jäger, vielleicht sogar das scheuste Tier in unseren Wäldern, das die Begegnung mit dem Menschen meidet.

Löffler vermutet, dass sich der Luchs, wenn es zu einer Begegnung zwischen Mensch und Tier kommen sollte, schleunigst aus dem Staub machen würde. Auch würde sich der Luchs niemals einer Siedlung nähern, um an Beute zu gelangen. Vor allem nicht, wenn ein solch reichhaltiges Nahrungsangebot wie im Schwarzwald vorherrscht. Es könnte höchstens vorkommen, dass ein Luchs ein Schaf oder eine Ziege reißt, wenn sich diese auf einer entlegenen Weide befindet. Löffler erzählt, dass ein Entschädigungsfond eingerichtet wurde, um die Akzeptanz bei den Landwirten und Jägern gegenüber dem Luchs zu fördern. Der Landwirt oder Jäger bekommt also den Schaden ersetzt, wenn nachgewiesen werden kann, dass es sich um einen Luchsriss handelt. Somit würde niemand von diesem wunderschönen und eleganten Tier bedroht werden und Konflikte müssten ausbleiben.

Trotzdem wird es weiterhin Befürworter und Gegner geben. Umfassende Informationen können die Angst vor diesem "Raubtier" in der Bevölkerung nehmen.