Laichräuber erreicht den Hochrhein

Mi, 19. Juli 2017

Schweiz

Die eingewanderte Schwarzmeergrundel ist eine Gefahr für die heimischen Fischarten.

RHEINFELDEN (sda). Im Umgehungsgewässer des Kraftwerkes Rheinfelden wurden mehrere Exemplare der Schwarzmeergrundel gefunden. Das zeigt der Zwischenbericht des Kantons Aargau über die Ausbreitung des in der Schweiz unerwünschten Fisches im Rhein.

Um die Ausbreitung der Schwarzmeergrundel verfolgen zu können, wurden an verschiedenen Stellen am Rhein Reusen auf dem Gewässerboden aufgestellt. Eine dieser Reusen befand sich seit Juni 2015 unterhalb des Kraftwerks Rheinfelden, sie wurde im vorigen Monat nach oberhalb des Kraftwerks versetzt. So soll geprüft werden, in welchem Umfang die Schwarzmeergrundel das Umgehungsgewässer des Kraftwerks überwunden hat. Damit müsse man rechnen, lautet ein Zwischenfazit eines Berichts des kantonalen Departements Bau, Verkehr und Umwelt.

Auch Patricia Holm, die Fischexpertin der Universität Basel, erwartet, dass die Grundel sich weiter stromaufwärts ausbreitet, wie sie im Schweizer Radio ausführte. Bei den früheren hohen Fischtreppen wäre dies wohl nicht möglich gewesen. Denn Grundeln seien keine guten Schwimmer, sondern eher bodenlebende Fische. Moderne Umgehungsgewässer erleichterten den Aufstieg – nicht nur für die Fischarten, die man ansiedeln wolle. Die Schwarzmeergrundeln seien sehr aggressiv, ausbreitungsfreudig und konkurrenzstark, sagte Holm. Im Rhein bei Basel würden rund 20 dieser Fische pro Quadratmeter leben.

Die aus dem Schwarzen und Kaspischen Meer eingeschleppten Fische verdrängen die heimischen Fischarten. Als Laichräuber stellen sie eine große Gefahr für sensible Fischarten wie die Äsche oder die Forelle dar und gefährden die Wiederansiedlung des atlantischen Lachses. Die Grundeln sind nach derzeitigem Wissensstand nach der Eröffnung des Rhein-Main-Donau-Kanals in Deutschland im Ballastwasser von Frachtschiffen in die Schweiz eingeschleppt worden. Grundeleier kleben zudem häufig am Rumpf von Schiffen und Booten. Die Uni Basel und das Bundesamt für Umwelt warnen, die weitere Ausbreitung rheinaufwärts und insbesondere in andere Gewässer könnte verheerende Folgen für die heimische Fischfauna haben. Gefangene Schwarzmeergrundeln müssten deshalb umgehend getötet werden.