Schwenninger Wild Wings wieder auf dem Eis

Heinz Wittmann

Von Heinz Wittmann

Do, 04. Juni 2020

Schwenningen Wild Wings

Schlittschuhlaufen, ein bisschen passen und schießen / Trainer Niklas Sundblad tun die Füße weh, er hat neue Schlittschuhe und braucht auch einen neuen Co-Trainer.

. Die Schwenninger Wild Wings haben gestern nach einer langen Pause durch den Corona-Lockdown ihr erstes Eistraining absolviert. Acht Spieler, in zwei Vierergruppen, übten auf Bahn zwei eine Stunde lang. Trainer Niklas Sundblad war zufrieden.

Eigentlich wollten die Wildschwäne bereits nach Ostern wieder aufs Eis. Erstmals ist in diesem Jahr in Schwenningen auf Bahn zwei der Helios-Arena eine präparierte Eisfläche auch im Sommer vorhanden. Corona machte den Plänen des DEL-Klubs aber einen Strich durch die Rechnung. Unter strengen Auflagen konnten die Schwenninger Profis, die aktuell am Neckarursprung weilen, nun aber aufs Eis. Körperkontakt und Zweikämpfe sind nicht erlaubt. Verteidiger Dylan Yeo sowie die Stürmer Alexander Weiß, Daniel Pfaffengut und Maximilian Hadraschek bildeten eine Gruppe; Abwehr-Neuzugang Johannes Huß von der Düsseldorfer EG sowie die Angreifer Cedric Schiemenz, David Cerny und Boaz Bassen die andere. "Das Schlittschuhlaufen war das Wichtigste, dazu passen und schießen", so Sundblad.

Dem Schwenninger Coach taten nach einer Stunde die Füße weh. "Das Eis war sehr gut und hart, ich habe aber neue Schlittschuhe", lachte der Schwede. Zweimal die Woche werden die Wild Wings jetzt aufs Eis gehen. "Der Fokus liegt derzeit noch auf dem Krafttraining mit Athletiktrainer Hendrik Kolbert, das ist wichtiger", erklärt Sundblad. "Wir machen in der Woche fünfmal Trockentraining, die jungen Spieler dürfen zusätzlich auch noch am Wochenende ran", so Kolbert. Nachdem sein langjähriger Co-Trainer Petri Liimatainen aus familiären Gründen nach Schweden zurückgekehrt ist, muss sich Sundblad einen neuen Assistenten suchen. "Ich bin da in Gesprächen. Es wurde aber noch keine Entscheidung getroffen."

Wild Wings planen Testspiel gegen Freiburg

Auf die Frage, ob auch er als Trainer auf 25 Prozent des Gehaltes verzichtet, so wie dies von den Spielern verlangt wird, antwortete SERC-Coach Sundblad: "Kein Kommentar."

Aufgrund des Umbaus der Helios-Arena müssen, sofern dies aufgrund Corona überhaupt möglich ist, alle Testspiele der Wild Wings auswärts stattfinden. Dabei soll es auch zu einem Freundschaftsspiel beim neuen Kooperationspartner, den Freiburger Wölfen, kommen. Der Zweitligist hat aufgrund von Corona eine geplante Schottlandreise in der Saisonvorbereitung abgesagt. Beim EHC Freiburg haben übrigens Fans ein Spendenkonto eingerichtet, auf dem bereits rund 25 000 Euro eingegangen sind. Auch der Verkauf von Mundschutzmasken spülte Geld in die Klubkasse der Breisgauer – rund 20 000 Euro. Die Wölfe werden wie im vergangenen Jahr mit einem Etat von 1,9 Millionen Euro in die DEL-2-Saison gehen.

Die Wild Wings versteigern derzeit die roten Original-Spielertrikots der vergangenen Saison auf Ebay. Die Versteigerung läuft bis Sonntag. Am beliebtesten ist derzeit das Leibchen mit der Rückennummer 64 von Bassen. Das Jersey des Jungstars stand am Mittwoch bei 311 Euro. Bis zum ebenfalls in Schwenningen geborenen Vincent Schlenker fehlt aber noch einiges. Das Trikot von Schlenker, der beim Zweitligisten ETC Crimmitschau dem Puck nachjagt, wurde von wenigen Tagen für stolze 1490 Euro versteigert.

Unterdessen wollen die Wild Wings noch im Juni den Dauerkartenverkauf für die kommende Saison starten. Die DEL hält noch immer am geplanten Saisonstart am 18. September fest. Allerdings haben noch längst nicht alle Klubs die Gehalts-Verzichtserklärung der Spieler (25 Prozent) abgegeben. Außer den Fischtown Pinguins Bremerhaven und den Augsburger Panthern haben lediglich die Iserlohn Roosters und die Grizzlys Wolfsburg die Abgabe des Papiers, das zur Erteilung der DEL-Lizenz obligatorisch ist, bisher öffentlich gemacht.