Rettung in erster Minute

Rolf Reißmann

Von Rolf Reißmann

Sa, 14. September 2019

Schwörstadt

In Schwörstadt hat sich eine "Helfer vor Ort"-Gruppe gebildet.

SCHWÖRSTADT. Bisher etwas verborgen vor der Öffentlichkeit fand sich im Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) eine neue Gruppe zusammen, die ab Herbst in Notfällen aktiv wird. "Helfer vor Ort" nennen sich die bisher zehn Mitglieder. Ihre Aufgabe wird es sein, in Notfällen sehr schnell an die jeweiligen Ereignisorte zu kommen und dort Erste Hilfe zu leisten.

Da Schwörstadt doch etwas abgelegen von den Standorten der Rettungsdienste liegt, dauert es nach einem Unfall oder einer plötzlichen Schwererkrankung eine ganze Weile, bis Sanitäter und Notarzt ankommen. In vielen Fällen kommt es aber auf die ersten Minuten an, um Verletzte zu stabilisieren und weitergehende schwerwiegende Folgen zu vermeiden. Künftig wird in solchen Fällen von der Leitstelle aus die gesamte Gruppe alarmiert. Wer dann anwesend ist, wird dorthin eilen. Voraussetzung für die Mitarbeit in dieser Gruppe ist eine umfangreiche Ausbildung. Einige Mitglieder bringen schon sehr gute Voraussetzungen mit, eine Ärztin, Krankenschwestern, ausgebildete Rettungssanitäter, ein Rettungstaucher und ein langjähriger Feuerwehrmann gehören dazu.

Doch unabhängig davon müssen weitere Ausbildungen absolvieren, dazu gehört auch ein Praktikum auf einer Rettungswache. Alljährlich sind dann Folgeausbildungen und Prüfungen abzulegen. Denn sie alle gehen in den Einsatz, wenn Lebensgefahr besteht und qualifizierte Handlungen erforderlich sind. Die Helfer vor Ort werden bis zum Eintreffen eines Notarztes erste Schritte einleiten, um keine weitere Verschlechterung des Zustandes zu zulassen und die Vitalfunktionen stabilisieren.

Die Vorbereitungen auf den Einsatz laufen auf vollen Touren, ab November werden die ersten vier Helfer arbeitsbereit sein. Ausgestattet sind sie mit einem Notfallrucksack, der unter anderem ein Beatmungsgerät samt Masken, ein Stethoskop, Verbandsmaterial, ein Pulsoximeter und auch ein Stiffnack zur Stabilisierung der Halswirbelsäule enthält. Allesamt erledigen sie diese Aufgabe ehrenamtlich ohne feste Einsatzpläne. Wer anwesend ist, fährt dann zum Notfall, die Wahrscheinlichkeit, dass mindesten einer im Ort ist, liegt sehr hoch. Dennoch werden weitere Helfer vor Ort gesucht. Übrigens gehörten von der neuen Gruppe bisher nur zwei als Mitglieder dem Ortsverein des DRK an. "Für die Gemeinde ist diese neue Helfergruppe ein wahrer Gewinn an Sicherheit", meint Barbara Zumkeller, Vorsitzende des DRK-Ortsvereins. "Wir hoffen, dass sich noch weitere Bürger anschließen, die sehr hochwertige Ausbildung ist ganz bestimmt ein Anreiz." In Vorbereitung ist derzeit auch die Installation eines Defibrillators, der bei plötzlichem Herzversagen eingesetzt wird. Das Gerät soll in wenigen Wochen im Vorraum der Sparkasse installiert werden

Kontakt: Gruppenleiter Martin Weigel informiert weitere Bürger, die sich der Gruppe anschließen möchten ( Tel. 0163/1604814).