BZ-Ferientipps

Zur Burg Rötteln wandern auch Kinder gern

Daniel Gramespacher

Von Daniel Gramespacher

Di, 11. August 2020 um 09:00 Uhr

Lörrach

Die Burg Rötteln ist vieles: eine der größten und eindrucksvollsten Burgruinen Südbadens, Lörrachs Wahrzeichen, ein Anziehungspunkt für die Region – und ein Wanderziel, das auch Kinder anspricht.

Wer mit Kindern wandert, tut gut daran, attraktive Ziele anzusteuern und am besten eine Route mit interessanten Stationen unterwegs zu wählen. Denn für den Nachwuchs ist in der Regel der Weg nicht das Ziel. Eine Attraktion, die bei Kindern immer zieht, ist die Burg Rötteln, eine der größten und eindrucksvollsten Burgruinen Südbadens.

Welcher Junge will nicht mal ein tapferer Ritter, welches Mädchen nicht mal eine edle Prinzessin sein. Ein Märchenschloss ist die im Volksmund als Röttler Schloss bezeichnete Ruine auf Haagener Gemarkung zwar nicht. Das historische Wahrzeichen der Stadt Lörrach ist aber ein Anziehungspunkt für die Menschen der gesamten Region. 300 Meter lang und 30 Meter breit erstreckt sie sich auf dem Bergsporn über der Stadt. Mit zwei großen Wehrtürmen war die Burg eine der mächtigsten im Südwesten und ist heute die drittgrößte Burgruine in Baden. Im Jahre 1259 wird Burg Rötteln erstmals urkundlich erwähnt; 1678 wurde sie von den Franzosen zerstört. Seit 1926 bewahrt der Röttelnbund die Ruine mit viel ehrenamtlichem Engagement vor dem baulichen Verfall.

Auf die Burg führen viele Wege

Auf die Burg führen viele Wege. Wer wenig laufen mag, fährt mit dem Auto über Röttelnweiler bis zum Besucherparkplatz unterhalb der Burg. Von dort sind es nur wenige Schritt zum Südportal. Wer einen knackigen Anstieg nicht scheut, parkt in Haagen bei der Schlossberghalle oder steigt beim S-Bahn-Halt Haagen aus und nimmt den steilen Pfad, der auf kurzem Weg hinauf zur Bastion am Südzipfel der Anlage führt. Länger, aber – da ziemlich eben – bei weitem bequemer und kinderwagentauglich ist eine Wanderung vom Waldparkplatz Wittlinger Höhe über den Nikolausgraben zum geräumigen Grillplatz hinter der Ruine. Ein Tipp für jene, die Kondition für ein paar Kilometer mehr haben: Vom S-Bahn-Halt Lörrach-Stetten, hinunter zur Wiese, übers Zwetschgenwegli hinauf auf den Lindenplatz und über Tüllinger, Lucke und Röttler Kirche zur Burg; von dort dann absteigen zum S-Bahn-Halt Haagen.

Die Unterburg ist jederzeit zugänglich

Die ganzjährig geöffnete Burgruine gliedert sich in eine Unter- und Oberburg. Die Unterburg ist kostenfrei zugänglich. Wer sein Vesper nicht selbst mitgebracht hat, kann sich dort – außer montags – im Biergarten oder bei weniger gutem Wetter im Café Fräulein Burg verköstigen lassen. Vorbei an der Bühne der Burgfestspiele gelangt man zur Oberburg. Diese ist bis Mitte November täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Die Eintrittspreise sind moderat und lohnen sich allemal. Schließlich können gleich beide Türme, der etwas kleinere Giller und der hohe, markant gegen die Längsachse der Burg gedrehte Bergfried, bestiegen werden. Bei gutem Wetter bietet sich vom höchsten Punkt ein wunderbarer Panoramablick über Lörrach nach Basel, ins Wiesental und hinüber zum Dinkelberg.

Wer an der Kasse ein Faltblatt mitnimmt, dem erschließen sich beim Rundgang durch die Oberburg die Funktionen der einzelnen Gebäude und Anlagen: Vom Torbau über den Rittersaal bis zum Palas, dem einst repräsentativen Saalbau. Coronabedingt leider geschlossen ist das kleine Museum in der ehemaligen Landschreiberei. Auch wenn die Versuchung für manchen Klettermaxe groß ist, sollte selbstverständlich sein, dass man nicht an und auf den Mauern der Ruine herumkraxelt – zum Schutz der eigenen Gesundheit und der Ruine, an der sich auch künftige Generationen erfreuen wollen.
Weitere Infos und Kontakt für Führungen unter http://www.burgruine-roetteln.de