Deutsche Sprache

Sie ist reichhaltig und differenziert

Michael Kaethner (Weil am Rhein)

Von Michael Kaethner (Weil am Rhein)

Sa, 02. Januar 2021

Leserbriefe

Zu: "Das Herz der anderen", Unterm Strich von Bettina Schulte (Politik, 18. Dezember)

Sie beenden Ihre Glosse mit der Feststellung, dass Deutsch eine Sprache der Bürokratie sei, der Menschenfreundlichkeit und Zuversicht abgehe. Offensichtlich verwechseln Sie die Sprache mit deren Gebrauch durch bestimmte Personen. Tatsächlich ist die deutsche Sprache reichhaltig, vielseitig, präzise und erlaubt den differenzierten Ausdruck von Sachverhalten wie Gefühlen. Ein Mitglied der Kulturredaktion einer Tageszeitung könnte das wissen! Allerdings gibt es das von Ihnen verwendete Wort "schreckerregenden" in der deutschen Sprache noch nicht.

Die von Ihnen so geschätzte Wortschöpfung "Knuffelcontact" ist unschwer mit bekannten deutschen Begriffen wiederzugeben. Schade, dass diese Ihnen nicht einzufallen scheinen. Tatsächlich ärgerlich in Ihrem Beitrag ist Ihre Einschätzung, dass dieser Winter zwischen Flensburg und München von "Durchhalteparolen wie im Krieg" geprägt sei. Offensichtlich ist Ihre Kenntnis von Durchhalteparolen "im Krieg" doch sehr begrenzt, sonst wäre Ihnen vielleicht ein weniger alarmistischer Vergleich eingefallen.

Überflüssig ist in dieser Krise, in der wir vom Mangel an Nähe und Kontakten betroffen sind, niveauloses Lamento über angebliche Gefühlskälte in der Kommunikation der regierenden Entscheidungsträger. Im Unterschied zu Ihnen bin ich Herrn Spahn und Frau Merkel sehr dankbar, dass sie ihre Statements nüchtern abgeben. Michael Kaethner, Weil am Rhein