Sieben Tote bei Unfällen mit E-Scootern

dpa

Von dpa

Fr, 08. Januar 2021

Panorama

Im Jahr 2020 Hunderte verletzt.

Sieben Tote und hunderte Verletzte hat die Polizei bei Unfällen mit E-Scootern nach den bisher verfügbaren Zahlen im vergangenen Jahr registriert. 269 Fahrer der mithilfe von Batterien betriebenen Roller wurden zwischen Januar und September 2020 schwer verletzt, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. 1096 erlitten leichte Verletzungen.

Insgesamt registrierte die Polizei demnach 1570 Unfälle mit den Elektrokleinstfahrzeugen, bei denen es Tote oder Verletzte gab. Die Zahlen sind allerdings nur bedingt aussagekräftig, da wegen der Corona-Pandemie die Anbieter von Leihrollern ihren Betrieb zwischenzeitlich einschränkten oder ganz aussetzten.

Die Zahl der E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden stieg im Frühjahr und Sommer. Zwischen Januar und März wurden 252 aufgenommen, zwischen April und Juni 417. Am höchsten war die Zahl zwischen Juli und September mit 901 Unfällen; vier Menschen wurden dabei getötet, 145 schwer, 627 leicht verletzt. Scooter-Unfälle werden seit 2020 extra erhoben.

Verkehrsforscher sieht Befürchtungen bestätigt

Für den Straßenverkehr zugelassen sind die kleinen Roller in Deutschland seit Juni 2019. Ab 14 Jahren darf man sie ohne Prüfung steuern – auf dem Radweg. Fehlt dieser, müssen die maximal 20 Stundenkilometer schnellen Gefährte die Straße benutzen.

Siegfried Brockmann von der Unfallforschung der Versicherungen sieht in den nun verfügbaren Zahlen Befürchtungen bestätigt. Insgesamt seien bei den E-Scooter-Unfällen 1696 Verunglückte gezählt worden, darunter 1372 Fahrer der Roller. Jeder Fünfte sei also beispielsweise ein Fußgänger oder Radfahrer gewesen. Dies zeige, dass E-Scooter "massiv" auf Verkehrsflächen unterwegs seien, auf denen sie gar nicht fahren dürften, auf Bürgersteigen und in Fußgängerzonen etwa.