Sportvereine und Corona

Skiclub-Löffingen: "Die Situation ist wirklich verzwickt"

Jürgen Ruoff

Von Jürgen Ruoff

Do, 21. Januar 2021 um 07:44 Uhr

Ski Alpin

Normalerweise würde der Skiclub Löffingen momentan für Skirennen trainieren, oder Skiausflüge organisieren. Kerstin Straetker-Vogt, Sportwartin alpin des Skiclubs, spricht über den Corona-Winter.

Die Corona-Pandemie schränkt das Leben ein. Die Sportvereine sind massiv davon betroffen. Die Badische Zeitung fragt nach, welche Konsequenzen der momentane Lockdown auf das Innenleben eines Sportvereins hat, besonders auf den Kinder- und Jugendsport. Steht das Vereinsleben vollkommen still? Wie sehen die Perspektiven aus? Jürgen Ruoff hat sich mit Kerstin Straetker-Vogt, der alpinen Sportwartin des SC Löffingen, unterhalten.

BZ: Im vergangenen Winter fehlte der Schnee. Der ist nun da, dennoch müssen die alpinen Rennfahrer erneut die Beine stillhalten. Was für eine vertrackte Situation...

Straetker-Vogt: Ja, die Situation ist im Moment wirklich verzwickt. Wir hätten beste Bedingungen, um zu trainieren und den Nachwuchs zu fördern, aber die Gesundheit geht natürlich vor.

"Wir hätten beste Bedingungen, um zu trainieren und den Nachwuchs zu fördern, aber die Gesundheit geht natürlich vor."

BZ: Sind die Langläufer im Verein derzeit die einzigen, die die gute Schneelage nutzen können?

Straetker-Vogt: Unsere Langläufer sind natürlich im Moment sehr aktiv, aber auch die Kiter und die Tourengänger kommen bei der Schneelage zur Zeit auf ihre Kosten.

BZ: Welche Aktivitäten würden im Moment in Ihrem Verein stattfinden, wenn es derzeit den verschärften Corona-Lockdown nicht gäbe?

Straetker-Vogt: Wir würden mit unserer Rennmannschaft trainieren, würden Skikurse, Snowboardkurse, Langlaufkurse und Kitekurse anbieten und wären am Wochenende mit der Rennmannschaft bei Skirennen unterwegs. Auch mehrtägige Skiausfahrten wären im Angebot.

BZ: Was vermissen Sie als Vereinsmensch im Moment am meisten?

Straetker-Vogt: Die Gemeinschaft mit den anderen, das gemeinsame Sporttreiben an der frischen Luft und das Mitfiebern mit den Kindern bei den Skirennen.

BZ: Wie fallen die Reaktionen der Mitglieder auf die verordnete Passivität aus?

Straetker-Vogt: Jeder versteht die aktuell schwierige Situation und alle verhalten sich gemäß den Corona-Vorschriften, da gibt es keinerlei Beschwerden von unseren Mitgliedern.

BZ: Der Kinder- und Nachwuchssport steht still. Befürchten Sie aufgrund des Lockdowns ein Nachwuchsproblem?

"Wir haben eine gute Vereinsstruktur und blicken optimistisch in die Zukunft."

Straetker-Vogt: Durch die eher schneearmen Winter der letzten Jahre und den diesjährigen Lockdown wird uns die Förderung von Nachwuchssportlern natürlich nicht einfacher gemacht, aber wir haben eine gute Vereinsstruktur und blicken optimistisch in die Zukunft.

BZ: Wie halten sich die ambitionierten Sportler in Ihrem Verein fit?

Straetker-Vogt: Durch vielfältige sportliche Aktivitäten an der frischen Luft oder auch mit Fitnesstraining zu Hause.

BZ: Blicken Sie trotz allem zuversichtlich in die Zukunft?

Straetker-Vogt: Natürlich verlieren wir die Hoffnung nicht, dass wir wieder durchstarten können, sobald die Corona-Lage dies zulässt, aber im Moment steht die Gesundheit aller im Vordergrund.
Kerstin Straetker-Vogt (45) ist seit zwei Jahren für den alpinen Rennsport beim Skiclub Löffingen zuständig. Der Verein hat mehr als 300 Mitglieder, 180 davon sind aktive Wintersportler in den Bereichen Alpin Nordisch, Snowboard und Kiten. Der SC Löffingen hat auch eine Radabteilung.