Biathlon-WM und die Deutschen

SKISPITZEN: Keine Fragezeichen!

Jürgen Ruoff

Von Jürgen Ruoff

Di, 23. Februar 2021

Biathlon

Nein, von Enttäuschung wollten sie nicht reden. Biathlon-Bundestrainer Mark Kirchner findet den Begriff "zu drastisch", TV-Experte Sven Fischer spricht nach dem historisch schlechten Abschneiden der deutschen Starter bei der Biathlon-Weltmeisterschaft auf der Pokljuka in Slowenien von "ausbaufähig". Bei den Olympischen Spielen 2018 in Pyeongchang (Südkorea) errangen die deutschen Biathletinnen und Biathleten sieben Medaillen, ebenso viele waren es bei der WM 2019 in Östersund (Schweden). Bei den Titelkämpfen im vergangenen Winter in Antholz (Italien) sicherte sich das deutsche Team fünf Medaillen, bei der WM in Slowenien waren es nun zwei. Die Tendenz spricht für sich. Sind die deutschen Skijäger schlechter geworden? Schwierig zu beantworten. Fakt ist, dass einige Nationen besser geworden sind. Norwegen und Frankreich vor allem in der Breite, Schweden und Österreich mischen im härter gewordenen Medaillenkampf ebenfalls munter mit. Gemessen an der Weltspitze haben die Deutschen an Boden verloren. An dem Biathlon-Aufschwung in Österreich und Schweden arbeiten übrigens deutsche Trainer mit. Mark Kirchner ist seit der Saison 2010/11 leitender Biathloncoach der Männer, nach den Olympischen Spielen 2018 wurde ihm auch die Verantwortung für die Frauen übertragen. Von Athleten hört man, dass er in den Einheiten stets dieselben Inhalte trainieren lässt. Auf der Stelle treten, bedeutet im Sport Rückschritt. Besorgniserregend ist, wenn Kirchner sagt, dass er ohne Fragezeichen im Kopf von den Titelkämpfen in Slowenien abreise. Eine selbstkritische Analyse wäre nach so einer WM zwingend erforderlich.