Basisarbeiter an der Schanze

Dieter Maurer

Von Dieter Maurer

Fr, 07. Juni 2019

Skispringen

Die Leiter der 18 nationalen Olympiastützpunkte tagen drei Tage lang auf dem Herzogenhorn und besichtigen das Adler-Skistadion.

HINTERZARTEN/FELDBERG. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat die Leiter der 18 nationalen Olympiastützpunkte zu einer dreitägigen Konferenz auf das Herzogenhorn eingeladen. Im früheren Bundesleistungszentrum berieten die Sportfunktionäre aus den Bundesländern von Schleswig-Holstein bis Bayern aktuelle Themen zur Förderung des Leistungssports in Deutschland. Im Rahmenprogramm besichtigten die mehr als 20 Teilnehmer das Adler-Skistadion sowie das Schwarzwälder Skimuseum in Hinterzarten.

Die Zusammenarbeit der Partner im sportwissenschaftlichen Verbundsystem, das Stützpunktkonzept und die künftige Förderung der Trainingsstätten durch den Bund waren Themen der Tagung. Zudem berieten die Leiter der Olympiastützpunkte die Bewilligungsverfahren des Bundes und einheitliche Datenschutzvereinbarungen. Kernthema der Tagung war das Qualitätsmanagement des DOSB und der Olympiastützpunkte für die Betreuung der Kaderathleten der olympischen Spitzenverbände. Hierzu wurden zunächst in verschiedenen Arbeitsgruppen Mindeststandards bezüglich der personellen und sachlichen Ausstattung der Stützpunkte erarbeitet, die im Rahmen der Tagung vorgestellt und diskutiert wurden. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für die Festlegung einheitlicher bundesweiter Standards für die Beratungs- und Serviceleistungen der Olympiastützpunkte in der Förderung des Nachwuchs- und Spitzensports in Deutschland.

"Unser ruhig gelegenes Leistungszentrum im Naturschutzgebiet am Herzogenhorn bietet dem DOSB und meinen Kollegen aus dem gesamten Bundesgebiet ideale Voraussetzungen für eine intensive und ergebnisorientierte Tagung", begründet Hans-Ulrich Wiedmann, Leiter des Olympia-Stützpunkts Freiburg, die Wahl des Tagungsortes.

Im Rahmenprogramm stand die Besichtigung des Skisprung-Bundesstützpunkts im Hinterzartener Adler-Skistadion an. Schanzenchef Michael Lais erläuterte die Geschichte: "Die erste Adlerschanze wurde 1923 erbaut." Diese wurde immer wieder vergrößert und verändert. Inzwischen stehen den Weitenjägern vier Anlagen für alle Altersklassen zur Verfügung. "Jährlich zählen wir rund 20 000 Sprünge", so Lais. Nach dem Sommer-FIS-Grand-Prix der weltbesten Athleten am letzten Juli-Wochenende beginnt der Umbau der Rothaus-Schanze. Für rund 2,2 Millionen Euro wird der Anlauf den modernen Erfordernissen angepasst.

Live erleben konnten die Besucher Trainingssprünge des Landeskaders unter Leitung von Rolf Schilli und Andreas Günter. Mit dem 2015 eröffneten Aufstiegs-Bähnle gelangte die Gruppe in den Anlauf-Sektor. Von dort ging es entweder per Lift oder über 140 Stufen auf den gut 30 Meter hohen Turm der Rothaus-Schanze. Die Handys wurden gezückt, um den traumhaften Blick über Hinterzarten bis hinüber nach Breitnau im Bild festzuhalten. Zu Fuß ging es danach ins Schwarzwälder Skimuseum.

Im über 300 Jahre alten Hugenhof hieß Bürgermeister Klaus-Michael Tatsch die Sportfunktionäre willkommen. Hans-Ulrich Wiedmann würdigte die Galerie als ein "skigeschichtliches Unikat. Der organisierte Skilauf in Deutschland ging vom Schwarzwald aus". Die "Gründerväter" der jährlich 10 000 Besucher zählenden Einrichtung waren Olympiasieger und Weltmeister Georg Thoma sowie der frühere Hinterzartener Bürgermeister Hansjörg Eckert. Eckert und Museums-Geschäftsführer Alfred Faller leiteten die Führungen. In das Skimuseum eingeladen hatte der Badische Sportbund Freiburg. Beste Stimmung herrschte beim abendlichen Hock mit deftigem Vesper in der Georg-Thoma-Stube.

"Ich freue mich sehr, dass Ressortleiterin Katrin Werkmann unseren Standort Freiburg für diese wichtige Tagung des DOSB ausgewählt hat", so Gundolf Fleischer, Präsident des Badischen Sportbunds (BSB): "Mit Hinterzarten und dem Herzogenhorn können wir zwei besonders traditions- und erfolgreiche Einrichtungen und Sportstätten präsentieren." Als Überraschungsgast stieß später noch der Olympiasieger von 1960, Georg Thoma hinzu, der viel aus seinem Sportlerleben erzählen konnte.