Skispringer sind ratlos und grantig

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Von dpa & BZ-Redaktion

Mo, 15. Februar 2021

Skispringen

Deutsche Athleten in Zakopane nur auf zweistelligen Plätzen.

(dpa/BZ). Unmittelbar vor der Heim-Weltmeisterschaft in Oberstdorf (23. Februar bis 7. März) ist die Stimmung bei Deutschlands Skispringern am Tiefpunkt. Markus Eisenbichler schimpft, Karl Geiger ist ratlos – und der in Titisee-Neustadt beheimatete Bundestrainer Stefan Horngacher muss die aktuelle Krise erklären.

"Wir müssen kritisch mit der Situation umgehen. Uns bleibt nichts anderes übrig, als wieder bessere Sprünge zu machen", sagte der Coach am Sonntag in der ARD nach der nächsten Niederlage im polnischen Zakopane. "Im Team ist alles gut, nur unsere Sprungleistungen sind nicht so, wie wir es gewohnt sind. Es geht ein bisschen schwer", sagte Horngacher. Er sei auf "Fehlersuche".

Der Weltcup-Zweite Eisenbichler kam am Sonntag nicht über Rang zwölf hinaus. Beim nächsten Sieg von Norwegens Überflieger Halvor Egner Granerud, der sich vor Anze Lanisek aus Slowenien und Robert Johanssson aus Norwegen durchsetzte, spielten die Deutschen nur Nebenrollen. "Es geht schnell, dass man ganz hinten ist. So etwas gibt es einfach im Sport. Wir werden unsere Aufgaben erledigen", kündigte Horngacher mit Blick auf Oberstdorf an.

Schon der Samstag, beim ersten Saisonsieg für den Japaner Ryoyu Kobayashi (Japan) vor Andrzej Stekala (Polen) und Marius Lindvik (Norwegen), war für das deutsche Team schwach ausgefallen. Pius Paschke (Kiefersfelden) und Eisenbichler erreichten mit derselben Punktzahl Rang 14. "Am liebsten würde ich irgendwas kaputtmachen gerade", hatte der emotionale Weltmeister Eisenbichler im Auslauf geflucht.

Der Vierschanzentournee-Zweite Geiger lieferte schon das zweite ganz schwache Wochenende in Serie. Nachdem er in Klingenthal erstmals seit mehr als zwei Jahren gar keine Weltcup-Punkte geholt hatte, belegte er in Polen die Ränge 23 und 22 – deutlich zu wenig für seine hohen Ansprüche. "Jetzt bin ich echt gerade ein bisschen grantig", sagte Geiger nach dem zweiten Wettkampf.