Ehrenamt

So pflegt der Schwarzwaldverein Sulzburg die Wanderwege

Jutta Geiger

Von Jutta Geiger

Mo, 15. Juli 2019 um 16:57 Uhr

Sulzburg

Um umgestürzte Bäume, beschädigte Sitzbänke und Wanderschilder kümmert sich der Schwarzwaldverein Sulzburg auf 125 Kilometern – und das alles ehrenamtlich.

Was gibt es Schöneres, als in der Freizeit gemeinsam mit der Familie, mit Freunden oder auch alleine einen der zahlreichen Wanderwege des Schwarzwalds abzulaufen, die Aussicht zu genießen, die Natur zu erkunden, dabei wie nebenbei die Ausdauer zu trainieren und die Lungen mit frischer Luft zu füllen? Doch wer sorgt eigentlich dafür, dass die Wanderwege nicht zuwachsen, die Bänke nicht verrotten und die Beschilderung nicht abfällt oder verdreckt? In Sulzburg macht das der Schwarzwaldverein – eine aufwendige Arbeit.

Es sind die Ehrenamtlichen des Schwarzwaldvereins, die ihr Wegenetz in Ordnung halten, und meist wird diese Aufgabe von einem Wegewart übernommen. Doch die Pflege der Wege ist zeitintensiv und körperlich anstrengend: Neben dem Überprüfen, ob alle Schilder noch hängen und gut zu sehen sind, ist vor allem das Freiräumen der Wege wichtig. Dazu gehört, Gras abzumähen, in den Weg hängende Äste zu kürzen, auf den Weg gestürzte Bäume zu beseitigen, aber auch Bänke und Brücken auf Stabilität zu prüfen.

Im Einzelnen sieht das beim Schwarzwaldverein Sulzburg so aus, dass Wegewartin Farina Sooth jedes Wochenende für zwei bis drei Stunden das umfangreiche Wegenetz abläuft und die Schilder kontrolliert, im Bedarfsfall neu befestigt oder putzt. Hierfür trägt sie stets alle Utensilien in einem großen Rucksack bei sich.

Der Verein würde sich über mehr Wegewarte freuen

Armin Imgraben, erster Vorsitzender des Vereins, ist eher für das Grobe zuständig. Er geht die Wegpflege immer montags an. Mit Motorsäge oder -sense werden die Wege freigehalten von überhängenden Zweigen, wucherndem Gestrüpp und wuchsfreudigem Gebüsch. Über den Weg gestürzte Bäume werden entfernt, so weit möglich, ansonsten wird der zuständige Förster informiert. Auch die Bänke am Wegrand werden inspiziert, bei Bedarf Latten ausgetauscht. Mit einem Freischneider werden die Wegränder kurz gehalten, hierfür marschiert Imgraben gut vier oder fünf Kilometer auf einer Wegseite entlang, dann arbeitet er sich auf der anderen Seite zurück zum Ausgangspunkt.

125 Kilometer ist das Wegenetz lang, für das der Schwarzwaldverein Sulzburg zuständig ist. Es reicht von Sulzburg bis hinauf zur Kälbelescheuer und erstreckt sich rechts und links das Tal hinauf. Das Wegenetz führt durch Wälder der Gemeinden Buggingen, Ballrechten-Dottingen, Sulzburg und Heitersheim und zusätzlich durch Staatswald. Ständig müssen alle Wege kontrolliert werden.

Unterstützung findet Imgraben bei seiner zweiten Vorsitzenden, Herta Fafara, doch der Verein würde sich freuen über einen zusätzlichen männlichen Wegewart, gerne einen rüstigen Rentner, der die Arbeiten eigenverantwortlich übernimmt.

Auch andere Vereine helfen bei der Pflege

Auch andere Gruppen, die die Wanderwege gerne nutzen, sowie die Gemeinden, zu denen der Wald gehört, unterstützen den Sulzburger Schwarzwaldverein bei der Wegpflege, wie beispielsweise kürzlich der Lauftreff, oder auch immer wieder die Mountainbike-Gruppe, die eine Unterabteilung des Schwarzwaldvereins Sulzburg ist.

Neben der Natur selbst, gibt es aber auch die Menschen, die Wanderwege unbegehbar oder unschön machen können. Gibt es Probleme durch Müllablagerungen oder Vandalismus? "Weder noch", erklärt Imgraben, "es kann eher mal vorkommen, dass man einen Weg bereits abgearbeitet hat und kurz darauf dort der Borkenkäfer einfällt, so dass der Forst aktiv werden und Bäume fällen muss. Meist werden die Wege dadurch in Mitleidenschaft gezogen, und wir müssen dann nochmal Hand anlegen, bis es wieder so ordentlich aussieht, wie zuvor. Aber das ist natürlich nicht voraussehbar und gehört zu den Vorgängen in der Natur".
Weitere Infos gibt es unter http://www.schwarzwaldverein-sulzburg.de